Mein Heilpraktiker- Zwiespalt?

Mir wichtig etwas zu klären. Ich bekam vor ein paar Tagen hier einen Kommentar der mich beschäftigt hat: wie ich Alternative Heilmethoden wie die Homöopathie für mich persönlich als Therapieform ablehnen, und trotzdem beim BTB den Tierheilpraktiker machen könne. Das sei doch verlogen.

Ich möchte das gerne erklären. Auch in meiner Ausbildung als PTA hatten wir einige Stunden Homöopathie auf dem Plan. Selbst die Apotheker müssen sich während des Studiums damit befassen. Das bedeutet, dass man diesen Teilbereich auf jeden Fall erst einmal lernen muss. Ob man dies dann später in seine Empfehlungen mit aufnimmt steht auf einem ganz anderen Blatt.

Nicht anders verhält es sich mit dem Tierheilpraktiker. Mein Schwerpunkt liegt dabei weder bei Homöopathie, noch bei Akupunktur, Chiropraktik oder Tierpsychologie (die man alle beim BTB erlernen kann) sondern bei der Heilpflanzenkunde. Und das ist es auch, was ich später gerne weitergeben möchte: das Wissen über die Phytotherapie. Alle anderen Teilbereiche werden gestreift, aber ich muss mich nicht tagelang damit beschäftigen.

Trotzdem werden Menschen kommen, die nach Homöopathika für ihre Hunde, Pferde oder Katzen fragen. Und auch wenn ich versuche sie dann auf etwas anderes „umzustellen“, es wird immer Menschen geben, die sagen „Ja ja – ich weiß. Aber ich will es trotzdem versuchen“. Genau wie in der Apotheke. Und die werden nach einer Antwort verlangen.

Von einem (Tier)- Heilpraktiker wird erwartet, dass er dann auch eine Antwort geben kann. Und dann möchte ich nicht sagen „Da weiß ich leider gar nichts“. Das macht keinen guten Eindruck. Wir wissen auch um die Placebo (bzw. in diesem Fall die Placebo-by-proxy) Wirkung, die recht stark sein kann.

Im Grunde bleibt es am Ende jedem selbst überlassen wie er am Ende seiner Ausbildung seine Patienten berät. Ich wähle da die Phytotherapie, ein anderer mag etwas anderes wählen. Mich persönlich bringt die Ausbildung jedenfalls nicht in eine Zwickmühle. Ich bekomme eine gute Grundlage auf der ich mich bei der Beratung von Tierhaltern sicher fühle, und ich kenne meine persönlichen Grenzen wann ich jemanden besser zum Tierarzt schicke.

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
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4 Antworten zu Mein Heilpraktiker- Zwiespalt?

  1. TFH schreibt:

    Ein wichtiger Kommentar..
    insbesondere weil Aufklärung nur dann passieren kann, wenn man von seinem Gegenüber als kompetent wahrgenommen wird, und als jemand, der auf seinen Gegenüber eingeht.
    Selbst wenn jemand keine Aufklärung will, ist es so möglich, im Zweifelsfalle die „Notbremse“ zu ziehen, und im Gefahrenfall eine Kompliance für eine evidenzbasierte Therapie zu erzielen.

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  2. Xeres (PTA) schreibt:

    Viele verstehen schon den Unterschied zwischen Heilpraktiker und Homöopath überhaupt nicht. Genauso wie Hoöpathie für diese Personen natürlich ist oder ein anderer Name für Naturheilkunde.
    Diese Begriffe müssen definitiv ganz dringend geschützt werden. Ebenso müssen auch einige Praktiken untersagt werden, die man als Heilpraktiker theoretisch durchführen darf. Das ist mehr als nur leicht schockierend, vorallem da manche das auch tatsächlich praktisch tun.
    Nicht falsch verstehen, ich kenne durchaus sehr gute Heilpraktiker die sowas nicht tun, ihre Grenzen kennen und beachten und deren Behandlungen auch immer begleitend oder mit dem Arzt stattfindet und nicht dagegen oder anstatt (wenn es einen Arzt braucht). Die sind allerdings sehr selten wie mir scheint

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    • Sarah schreibt:

      Vor allem benötigt es meines Erachtens beim THP überhaupt erst einmal eine einheitliche Regelung mit amtsärztlicher Prüfung.
      Wie in fast allen Tierberufen kann sich ja leider jeder so nennen und praktizieren – das wirft meiner Meinung nach einfach ein unglaublich schlechtes Bild auf die gesamte Branche.

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  3. Sarah schreibt:

    Sehr guter Beitrag! Das klingt ein wenig nach mir. Ich würde auch gerne eine Ausbildung zum THP beginnen, habe mich aber noch nicht für eine Schule entschieden (und verfolge deshalb gerne deine Beiträge zum BTB hier).
    Ich persönlich lehne Homöopathie ebenfalls ab und bin ein großer Fan der Naturheilkunde. Dennoch sehe ich es aber wie Du, dass man seine Kunden auch dazu beraten können muss, warum man das ein oder andere nicht nutzt.

    Gefällt 1 Person

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