High Noon…

…ist diese Woche am 18. Januar angesagt. Die deutschen Apotheker wollten ein Versandverbot für Arzneimittel aus dem Ausland, Spahn hielt mit Plan B dagegen.

Bis zum 17. Januar (ABDA Sitzung) sollen die Verbände nun beim Vorsitzenden Friedmann Schmitt das Votum ihrer Mitglieder ob Pro oder Contra für den Plan des Ministers abgeben.

Oder eben einen Plan C formulieren, der vielleicht den Verdienst der Apotheker „umschichtet“, daß von den großen Playern etwas für die kleinen Landapotheken abfällt. Oder der die Boni für Versandapotheken grundsätzlich verbietet (und nicht nur auf 2,50€ deckelt wie Spahn das will und wie das DoMo sowieso schon macht – honi soît…). Oder der sonst auf irgend eine Weise Gleichpreisigkeit und damit Gerechtigkeit und „gleichlange Spieße) herstellt.

Aber ich glaube nicht daran. Und warum nicht? Weil unser Gesundheitsminister in meinen Augen parteiisch ist. Das Gutachten von LobbyControl das im Moment überall zirkuliert als sei es neu habe ich bereits im Februar zusammen mit einem passenden Bericht des FOCUS hier gepostet.

Die Verwicklungen, Freund- und alte Seilschaften mit dem DoMo Geschäftsführer Max Müller sind das eine. Man bekommt außerdem zunehmend den Eindruck, daß Spahn denkt „l’etat c’est moi“ und anfängt zu regieren wie ein Herrscher und nicht wie ein Minister. Ich denke er ist zu eitel und zu selbstverliebt um sich auf einen Kompromiss einzulassen. Er hat die Apothekerschaft offen erpresst – macht ihr nicht was ich will ziehe ich den 2hm- Joker.

Das nimmt kein gutes Ende am 18.01.2019. Showdown in Berlin. Ich werde berichten.

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PTA mit Leib und Seele.
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4 Antworten zu High Noon…

  1. landapotheker schreibt:

    Warum sollten wir vor 2HM Angst haben? Das Gutachten kann sofort zerlegt werden, es gibt genug Gründe, warum dieses Gutachten nicht der Realität entspricht. Von daher: sollten wir keine Angst vor dem Showdown haben. Das Schlimmste was passieren kann ist die Beibehaltung des Status quo. Das ist zwar Mist, weil da dann gar nichts geregelt ist. Aber in jedem Fall besser als das Angebot von Spahn.

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    • ptachen schreibt:

      Angst sollten die Apotheker am Besten überhaupt nicht haben, denn Angst ist noch nie ein guter Ratgeber gewesen. Sicher gibt es gute Gründe warum das Gutachten blödsinnig ist. Es gibt aber auch verdammt gute Gründe für ein Versandhandelsverbot. Das Problem sind die Politiker die ihre Eigeninteressen vor die Belange des Volkes setzen. Und die sind für Gründe nicht erreichbar – egal wie gut sie sind.

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  2. eisapo@hotmail.com schreibt:

    Der Herr Minister hat uns nicht erpresst, sondern mit seinem „Plan B“ offen ins Gesicht gelogen. Jeder Mensch aus der Materie mit halbwegs Verstand sieht sofort, dass sein „Angebot“ juristisch nicht machbar ist. Und ja, der interessiert sich nicht für die deutschen Apotheken, der interessiert sich nur für eins: Jens Spahn.

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  3. gedankenknick schreibt:

    „Gleich lange Spieße“ sind ein Versprechen aus dem Jahr 2003 von der damaligen Gesundheits-Brünhilde Ullala Schmidt, welches nie eingelöst wurde; und welches auch nie eingelöst werden sollte.

    Als Fra Gesundheitsministerin Ursula Schmidt den Versand mit verschreibungspflichtigen und verschreibungsfreien Humanarzneimitteln auch grenzüberschreitend im vorauseilendem Gehorsam (in Erwartung des sie dazu zwingenden EU-Urteils) legalisierte, legalisierte sie ein seit 5 Jahren illegal durchgeführtes, aber von der Politik geduldetes und damals von den gesetzlichen Krankenkassen bereits protegiertes Geschäft ausländischer und innländischer Kapitalgesellschaften. Dazu muss man sich erinnern, dass MocDorris mit dem Kapital der CDU-nahen Bertelsmann-Stiftung gegründet und mehrere Jahre auf deren Rechnung betrieben wurde. Dazu muss man auch wissen, dass Frau Schmidt in ihrer Zeit als Gesundheitsministerin in Aufsichtsräten von 10 (zehn!) gesetzlichen Krankenkassen gleichzeitig berufen war. Für wen DIE damals wohl Politik gemacht hat? (Vermutlich NUR für die gesetzlich versicherten Wähler.)

    Auch sollte man sich erinnern, dass die Planug der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) im Jahr 2004 (mit Einführung zum Jahr 2006) ursprünglich vorsah, dass alle Verschreibungen auf einem „Superserver“ der gKV gespeichert werden, und ein Zugriff der Leistungserbringer seitens der Krankenkassen „beschränkt“ werden sollte – mit anderen Worten die Apotheke vor Ort hätte nur noch Akut-Medi-Verodnungen (Antibiotika) und Hoch-Aufwands-Verordungen (TFG, BtM, Rezepturen) „sehen“ können, alles andere hätte nur noch der favorisierte Versender „sehen“ und damit beliefern können. Es war die Planung der Abschaffung der Apotheken-Wahlfreiheit, ohne Selektivverträge überhaupt nur als Wort zu erwähnen. Das konnte damals, unbeachtet Seitens der Öffentlichkeit, von unserer Berufsvertretung gerade noch zu verhindert werden und wurde ersetzt durch die Forderung der Speicherung des „elektronischen Rezepts“ auf der eGK.

    Einerseits kann mir da eine Verschwörungstheorie unterstellen, andererseits sehe ich da massive Interessenkonflikte aller beteiligten Politiker und Partein.

    Das Thema war ja damit noch nicht durch:
    – Verkauf von MocDorris an den damaligen Ketten-Superbefürworter und weltweiten Großhändler und Kettenbetreiber Celesio/Gehe unter Herrn Fritz Österle.
    – Illegale Zulassung einer Kettenapotheken-Filia im Fremdbesitz von MocDorris im Saarland durch Herrn J. Hecken, damaligen Justiz- und Gesundheitsministers des Saarlandes.
    – Verweigerung der Oberstaatsanwalts des Saarlandes, einer Dienstaufsichtsbeschwerde wegen Amtsmissbrauch gegen Herrn Hecken nachzugehen, da „gegen den obersten Dienstherren nicht ermittelt werden könne“.
    – Informationen sickern durch, dass Herr Hecken ehemals in des Handelskonzerns Metro-Gruppe Anwalt mit Fachgebiet „Warenverkehr im Europarecht“ war. Weiterhin ist Gehe-Celesio über 5 Ecken mit der Metro-Gruppe verbandelt.
    – In Auftraggabe eines Rechtsgutachtens durch Herrn Hecken (als Gesundheitsminister) an eine Kanzlei zum Beweis der europarechtlichen Zulässigkeit des Fremdbesitzkonstrukts der Moc-Dorris-Kettenfiliale. Geschätze Kosten ca. 5Millionen €uro zu Lasten des Steuerzahers, das Gutachten wurde nicht veröffentlicht. (Später wurde der begutachtende Anwalt zum Bundesverfassungsgericht berufen. Es steht zu vermuten, dass er beratend bei der Ablehnung der Verfassungsklage der Apotheken gegen die Null-Retax-Praxis der gKV Einfluss genommen hat.)
    usw. usw.

    Wer hier kein Prinzip sieht, sitzt auf seinen Augen. Aus meiner bescheidenen Sicht.

    Es ist traurig, aber wahr: Die niedergelassene Apotheke in ihrer bisherigen Form ist schon seit zwei Jahrzehnten politisch abgehakt. Das wahrlich traurige ist allerdings die schleichende und stillschweigende Enteignung der bisherigen Apothekeninhaber (und auch deren Angestellte) durch Wertvernichtung der bisherigen Apothekenstruktur. Aber auch dies hat Prinzip, denn wenn man das Problem schon nicht im Handstreich lösen konnte, dazu waren die Apothekers dann doch zu wehrhaft, dann sollen sie halt verbluten. Und am besten arm sterben. Denn billiger können die Großkonzerne das ganze System nicht übernehmen.

    In Schweden hat sich der Staat die Auflösung seiner eigenen Staatsapothekenkette zumindest noch via Ausschreibung fürstlich bezahlen lassen. Seit dem geht es da mit der Versorgung aber auch bergab. Wer hätte das nur vorher gedacht…

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