Frauen unter sich… plus Update

…sind nicht immer einfach. Ich habe inzwischen schmerzlich feststellen müssen, dass man mit vielen Geschlechtsgenossinnen zwar gut zusammen trauern und weinen, sich über kleine Alltagsfreuden freuen, sich über jemanden aufregen oder zusammen feiern kann.

Wenn es einem die Kinder, der Gatte, das Arbeitsumfeld schwer machen, wenn das Schicksal hart zuschlägt oder man einfach am Ende der Kräfte ist, dann sind sie zuverlässig da – und das ist auch schön, keine Frage.

Sollte man aber beruflich erfolgreich und stolz auf die geleistete Arbeit sein, dann ist es besser das alles still in sich hineinzufeiern. Bloß nicht drüber reden. Nur nichts zeigen, teilen, darüber sprechen. Das weckt den Neid, der auch in vermeintlich guten Bekanntschaften steckt. Echte Freundinnen halten das aus, nur kann man sie erst dann auch wirklich erkennen. Nicht nur wer mit dir leidet, wer sich zusätzlich noch mit dir freuen und auf dich stolz sein kann ist ein wahrer Freund. Und davon habe ich leider offensichtlich weniger im direkten Umfeld als ich dachte.

Mitleid bekommst du geschenkt, Neid musst du dir erarbeiten heißt es ja. Offenbar auch zurecht. Das ist schade.

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Bis hierher hatte ich meinen Beitrag gestern veröffentlicht, als ich heute früh von meiner Lieblingskollegin folgende Nachricht bekam:

„Hallo PTAchen (…) Auch ich bin neidisch. Neidisch darauf wie viel du leisten kannst. Neidisch mit welchem Spaß du alles angehst. Neidisch wie ausgeglichen du bist. Neidisch wie klar die Welt für dich ist.
Aber egal wie neidisch ich bin, es zeigt nur wie großartig du bist. Zieh die Kraft aus anderer Leute Neid.
Fühl dich ganz arg gedrückt. ☺“

Das hat mir erst mal ein paar Tränchen fließen lassen. Danke Dir!

Aber es hat mir auch gezeigt, dass ich mich nicht klar ausgedrückt habe. Neidisch bin ich sicherlich auch – wenn ich höre dass in meinem Bekanntenkreis jemand eine siebenstellige Abfindung für etwa 10 Jahre Arbeit erhalten hat zum Beispiel. Aber ich gönne es ihm trotzdem. Ich weiß auch wie viel er dafür leisten musste.

Also, ich hätte das auch gerne – gönne ihm das trotzdem. Das ist für mich nicht wirklich Neid. Das wäre wenn ich es lieber sehen würde, er hätte das nicht. Es ist das nicht-gönnen-können das ich so furchtbar finde. Da kann ich leider keine Kraft daraus ziehen, das finde ich nur armselig.

By the way: ich sehe mich selbst nicht wirklich als „großartig“ an. Ich kann viel leisten, das weiß ich seit ein paar Jahren. Das liegt daran, dass ich in der Lage bin die Aufgaben die das Leben oder die Arbeit an mich stellt nacheinander anzugehen, und mich nicht von der Gesamtheit überrollen zu lassen. Ich gliedere alles innerlich nach Dringlichkeit und bearbeite nur das (aber mit vollem Einsatz) was gerade am Wichtigsten ist. Alles andere kann ich währenddessen komplett vergessen.

Zusätzlich habe ich einen angeborenen inneren Frieden den man wohl Resilienz nennt. Das ist aber nicht mein Verdienst, das habe ich einfach so mitbekommen. Und ich hoffe wirklich, dass er mir nie verloren geht.

Großartig sind all die Menschen, die jeden Tag mit ihrer Welt kämpfen müssen und trotzdem immer wieder aufstehen liebe Kollegin. Ich habe Respekt vor DIR und deiner großartigen Leistung. Fühl Dich ebenfalls gedrückt – bis ganz bald!

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
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Eine Antwort zu Frauen unter sich… plus Update

  1. ednong schreibt:

    Vielleicht liegt der Neid ja in der Unzufriedenheit derer begründet, die neidisch sind. Unzufrieden darüber, das sie selbiges nicht leisten (können). Ist halt immer vielschichtig. Und es fällt nicht jedem leicht, anderen etwas zu gönnen, was man gerne selbst hätte.

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