Nestbeschmutzer

Ich bin ganz sicher kein Nestbeschmutzer, aber gewisse Dinge in Zusammenhang mit meinem Arbeitsplatz in einer Öffentlichen Apotheke machen mir gerade zu schaffen.

Es geht um den Glukose-Fall in Köln. Klar – ich kenne nicht alle Fakten. Aber das was sich gerade herauskristallisiert ist für mich schon nicht mehr nur tragisch, es ist empörend! Eine junge Frau ist zusammen mit ihrem ungeborenen Kind verstorben, nachdem sie einen Glukose-Toleranztest der in der Heilig- Geist- Apotheke in Köln hergestellt wurde eingenommen hat. Für alle die das nicht kennen: während der Schwangerschaft wird zum Ausschluss eines Schwangerschaftsdiabetes ein Toleranztest durchgeführt. Dafür muss die zu testende Person eine Glukoselösung aus 75g Glukose in einem Glas Wasser einnehmen, und eine bestimmte Zeit warten bis über einen Bluttest ermittelt wird, wie schnell die Glukose abgebaut wird.

Diesen Test gibt es als Fertigarzneimittel. Warum dieser nicht genutzt wurde? Entweder weil er zu teuer ist (eine Rezeptur kostet ein paar Cent weniger, wenn sie nicht gerade einzeln bestellt wird) – was bedeutet, dass die junge Frau wegen unter 1,50€ sterben musste, weil es das der KrankenKasse nicht wert war. Oder weil der Fertigtest gerade nicht verfügbar war aufgrund der momentanen politisch mitverursachten Lieferengpässe. Das ist schon mal Skandal Nr.1!

Doch das für mich Schlimmste kommt erst noch. Offenbar wurde in dieser Apotheke Lidocainhydrochlorid versehentlich in ein Standgefäß für Glukose eingefüllt. DAS ist absolut UNDENKBAR für jeden, der sich auch nur halbwegs an die GMP-Regeln hält.

Wie bekannt wurde, hat die Person das Lokalanästhetikum Lidocainhydrochlorid – das rein optisch tatsächlich kaum von Glukose zu unterscheiden ist – einfach auf einen Rest Glukose der bereits im Gefäß vorhanden war „draufgekippt“. Geht’s noch??? Das ist selbst wenn es tatsächlich Glukose gewesen WÄRE eine Chargenmischung, die niemals nie nicht vorkommen darf. Wenn ich nach der Identitätsprüfung einfach meine frische Substanz auf den alten Rest draufpacke, dann bleibt dieser ja ewig im Vorratsbehälter. Wie will ich feststellen, wann der alte Wirkstoff verfällt? Das ist außerdem unhygienisch und wiederspricht so ziemlich allem, was man während der Ausbildung gelernt haben sollte. Das geht wirklich gar nicht!

Allgemein gilt schon die Nutzung von Standgefäßen als überholt, da bei jedem Umfüllungsvorgang Fehler passieren können – wie es hier ja auch eindrücklich geschehen ist. Außerdem wäre es schwierig, die Kennzeichnung immer aktuell zu halten. Da verbleibt das weiße Pulver besser in dem Gefäß, in das es die Industrie auch verpackt. Das ist auch hygienischer. Üblicherweise monieren die Pharmazieräte daher ein solches Vorgehen schon seit mindestens einem Jahrzehnt, und ich kenne keine Apotheke die das noch praktiziert.

Diese hier hat es getan. Warum? Was ist das für ein Apothekenleiter, der eine solch offensichtliche Fehlerquelle wie das Umfüllen von Ausgangsstoffen in Standgefäße noch praktizieren lässt? Vielleicht jemand, der von der Entwicklung im GMP-Bereich abgehängt wurde? Jemand, der nicht um die Gefahren weiß? Jemand der sich nie viel Gedanken um Lagerhaltung von Wirkstoffen gemacht hat?

Nein, denn – und jetzt kommt das für mich Schlimmste in diesem Fall – es war einer DER Vorzeigeapotheker, dem das niemals hätte passieren dürfen.

– Kontroll- und Herstellungsleiter?

– Dozent?

– QP in einem Zytostatikaherstellenden Betrieb?

– Mitglied der Arzneimittelkommission der Heilpraktiker?

Was waren denn dort seine Aufgaben?

Ach so? Lagerung und Vorratshaltung? Ich breche ins Essen!!!

Wenn IRGENDJEMAND also korrekt hätte arbeiten sollen, dann er. Wenn IRGENDJEMAND seine Mitarbeiter korrekt hätte anleiten sollen, dann er.

Und dann liest man noch in der Zeitung, er habe „keine Erklärung dafür, wie das passieren konnte“. Ich hätte da eine.

Dass ihm die drei Apotheken vorübergehend geschlossen wurden kann ich jetzt nachvollziehen, und mir fehlt jegliches Mitleid für ihn, sollte das tatsächlich so gelaufen sein, wie man das in der Berichterstattung hört. Er dementiert es jedenfalls nicht, daher gehe ich davon aus, dass sie richtig ist.

„Der Schuster trägt selbst die schlechtesten Schuhe“sagt man. Das mag ja noch angehen, aber der bestausgebildetste Apotheker sollte nicht die schludrigste Apotheke führen. Ich hoffe, dass hier nicht nur die herstellenden PTA (vermute ich) zur Rechenschaft gezogen werden!

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

16 Antworten zu Nestbeschmutzer

  1. Dr.Martin Schüßler schreibt:

    Was der alles so macht, wie will der denn noch seine Apotheken (müssen ja auch gleich drei sein!) führen? Mit etwas Glück sieht er sie einmal die Woche von innen!

    Gefällt mir

  2. Claudia Prell schreibt:

    Vielen Dank , für diese klaren Worte. Natürlich weiß man nicht , wie es tatsächlich gewesen ist , aber aus den bisherigen Informationen ergibt sich genau dieses Bild . Und es ist unfassbar.

    Gefällt 1 Person

    • ptachen schreibt:

      Danke! Bei Facebook erfahre ich gerade aufgrund dieses Blogbeitrages einen kleinen Shitstorm…

      Gefällt mir

      • Jessica schreibt:

        Völlig zu Unrecht dieser Shitstorm, liebes PTAchen. Ich kenne natürlich auch die Fakten nicht, aber so etwas lässt nun mal wirklich nicht auf die grundlegensten Dinge von GMP schließen. Und das ist wirklich etwas, was nicht ansatzweise tolerierbar ist, besonders nicht wenn man nun diese dramatischen Folgen zu beklagen hat…

        Gefällt 1 Person

  3. carmen schreibt:

    in der Schwangerschaft wird aber nur der 50g-Test übernommen. der 75g Test nur, wenn der 50g Test Auffälligkeiten hatte.

    Gefällt mir

  4. gedankenknick schreibt:

    Nennen wir doch mal das Kind beim Namen: Der Accu Chek Dextrose O.G.-T.-Saft 300ml“ kostet (im Freiverkauf) bei mir im Laden knapp unter 5€. Diverse AOKen bezahlen für eine Flasche im Sprechstundenbedarf 4,76€ pro Flasche. Die Preisempfehlung des Herstellers ist übrigends 5,53€. Ich habe gewöhnlich mindenstens 4 Flaschen im Fach, und ich verkaufe pro Monat im Schnitt 8 Flaschen

    Würde ich die Flasche zum offiziellen Einkaufspreis (ohne MwSt.) für 4,07€ beziehen, und dann 7% MwSt. berücksichtigen, wären wir bei 4,35€. Die AOKen gewähren mir also eine Rohverdienst von knapp 10% oder aber 0,378€ pro Flasche, wobei ich diese gewöhnlich noch nach Bestellung in die Praxis liefere. Bei 8 Flaschen mache ich also eine Lieferung für 3,04€. Wie schnell müßte da der Mitarbeiter sein, damit ich gerade noch s Plusminus 0 herauskomme?

    Soweit, so gut. Nun ist die Herstellerfirma aber immer wieder nicht lieferfähig. Und das zum Teil knapp zwei Monate am Stück dieses Jahr. Als der Unfall passierte, und einige Apotheker auf Apotheke-Adhoc die Großhandels-lieferfähigkeit mit > 100 Packungen angaben, konnte ich nur staunen, denn meine drei Großhändler zeigten mir zu diesem Zeitpunkt eine Verfügbarkeit von exakt NULL Packungen für mich an.

    Die Sache mit dem Preis wird aber NOCH lustiger. Dazu muss man wissen, dass bei Rezepturen im Sprechstundenbarf KEINE Verpackung auf die Rezeptur angerechnet werden darf. Sowohl Pulver als auch Lösungen darf man in der hohlen Hand zur Arztpraxis tragen und dort auf den Tisch schütten, oder man darf die Flasche/Kruke/Pulvertüte dem Arzt schenken (oder separat in Rechnung stellen, was meiner bescheidenen Lebenserfahrung nach noch nie eine Arztpraxis bezahlt hat). Wenn so eine 300ml-Braunglasflasche (Gewindeflasche GL28 300ml mit Deckel) laut Hilfstaxe 1,52 + 19%MwSt. (also 1,81€) kostet, ist das mehr, als ich bei und an der Rezeptur verdiene. Warum? Bei Sprechstundenbedarfs-Rezepturen wird auch der „Rezeptur-Aufschlag“ von 6€ nicht mitberechnet (laut Vertrag mit den Kassen), und außerdem darf man die Rezepturen nicht einzeln abrechnen, sondern man macht ja EINE GROSSE Rezeptur, die man dann halt x-mal abfüllt. Nur dass das x-mal-abfüllen auch nicht extra in Rechnung gestellt werden darf. Die Flaschen kosten also zum Schluss mehr, als die Apotheke an der Rezeptur Rohverdienst macht.

    Dies soll alles KEINE Entschuldigung sein für den tragischen Unfall!

    Aber der Gesetzgeber sollte sich vielleicht einmal fragen, warum der Original-Hersteller eines Arzneimittels ungestraft lieferunfähig sein darf, und der „Dienstleister“ Apotheker dann einspringen darf, damit er, um den Patienten zu versorgen, dem Patieten und der Krankenkasse auch noch GELD DAZUSCHENKEN darf zu einer zeitraubenden, personalbindenden und dazu noch höchst verantwortlichen Tätigkeit.

    DAS kotzt mich schon seit Jahren an (Verzeihung für die Ausdrucksweise). Und DAS wird sich auch jetzt nicht ändern, aufgrund der Alles-für-Kostenlos-Menthalität unserer Kranken Kassen – und aufgrund des Kranke-Kassen-haben-immer-Recht-Parragrafen im Sozialgesetzbuch 5. Und wahrlich, ich sage Euch, wenn sich die Kranken Kassen weiterhin auf Kosten der niedergelassenen Apotheken zu Tode sparen, und diese via Lieferzwang(!) und Bezahlung unterhalb der „schwarzen Null“(!) zur Arbeit nötigen, werden solche Fehler früher oder später wieder passieren… und wieder… und wieder.Denn höchste Qualität für Bezahlung unter Einkaufspreis geht auf die Dauer nicht, egal, wie man es anstellt!

    Gefällt 3 Personen

  5. Pharmama schreibt:

    Ach. Du. Scheisse.
    Scheint wirklich so zu sein wie bei Schusters Kindern …. aber entweder er oder der Apothekenleiter hätten das verhindern können, wenn die bestehenden Vorschriften umgesetzt würden. Leider wird die klassische Reaktion darauf sein, dass es noch mehr Vorschriften geben wird … oder?

    Gefällt 1 Person

    • gedankenknick schreibt:

      Das Problem an WEITEREN Vorschriften ist, dass die Vergütung TROTZDEM NICHT angepasst wird. Die Apotheken bluten regelrecht aus, gerade bei der Rezeptur. Wenn ich an einer Durchschnitts-Rezeptur derzeit ca. 12€ Rohverdienst generiere, dann ist das vielleicht tatsächlich doppelt so viel wie im Jahr 2004. Allerdings galt damals noch:
      a) eine Mischkalkulation mit dem (damals) sehr auskömmlichen RX-Bereich. Diese Mischkalkulation ist spätestens mit den Rabatt-Verträgen 2007 seitens der Kranken Kassen aufgekündigt worden, und durch die geradezu inflationäre Anpassung der RX-Vergütung um 3% in jetzt 15 Jahren hat sich das mit der Mischkalkulation jetzt komplett erledigt.
      b) dass eine Rezeptur ca. 10-20min dauerte. Mit allem bürokratischen Überbau dauert eine Rezeptur heutzutage locker mindestens 60min. 12€ Rohverdienst (vor Steuern und Abgaben) für 60min Arbeit ist UNTER Mindeslohn für Angestellte! Das fatale 2HM-Gutachten sprach übrigends davon, dass eine einzige Individual-Rezeptur mindestens 120€ Vergütung [ohne Materialkosten] haben müsste, um derzeit kostendeckend(!) zu sein.

      Wenn die Bürokratie NOCH mehr überbaut wird, und die Rezeptur damit NOCH defizitärer wird, im Gegenzug aber via eRezept noch mehr RX in den Versand gelenkt wird… dann stirbt die Rezeptur mit der Apotheke vor Ort den Hungertod. Und der Versand wird sich einen Teufel um Rezepturen scheren, oder aber auskömmlich (und nicht nur kostendeckend) vergütet werden wollen. Hier schaue man mal nach Schweden, wo mit Einführung der Kettenapotheken die Rezepturherstellung „zentralisiert“ wurde. Einhellige Meinung der (jetzt) angestellten Apotheker und der Patienten:
      1) Statt 2 Tagen dauert eine Rezeptur jetzt mindestens 7 Tage.
      2) Die Rezepturen sind teurer geworden.
      3) Die Qualität ist maximal gleich geblieben oder schlechter geworden (statt der versprochenen Qualitätsverbesserung durch Spezialisierung).
      Noch Fragen, Kienzle? Nein, Hauser. Wer es noch kennt….

      Gefällt 1 Person

      • ednong schreibt:

        Ich kenne es noch … 😉
        Wenn das so ist – was ich auch durchaus vermute – wie du beschreibst, warum habt ihr da keine Lobby, die euch den Rücken stärkt. Eure (Dach-)Verbände sollten doch genau dafür da sein, oder?

        Ich mein, man muss doch auch den hohlsten Köpfen klarmachen können, dass ihr bei Zuzahlung von Rezepturen diese irgendwann nicht mehr fertigt oder eben dabei den Bach runtergeht.

        Gefällt mir

      • gedankenknick schreibt:

        Apotheken haben keine „Lobby“, auch wenn eine Tagesschausprecherin mal verkündete, dass die Apotheken die Stärkste Lobby Deutschlands hätten. Unsere Dachverbände werden von der Politik eh nict gehört, und die Kranken Kassen würden die niedergelassene Kleinapotheke lieber gestern als heute abgeschafft sehen, da sie meinen, mit Versand und Selektivverträgen zusätzlich zu den Rabattverträgen Milliarden sparen zu können. Die völlig unterbezahlte Rezteptur kann dann die kleine niedergelassene Apotheke gerne weiter völlig unterbezahlt machen, oder eben auch nicht. Die Versorgung der Versichterten ist bei dieser Betrachung sowohl den Kranken Kassen (als auch den durch diese beeinflussten Politikern) völlig schnurz. Dies mache ich an drei Beispielen fest:
        1) Eine Petition gegen die Zulassung des Versands verschreibungspflichtiger Arzneimittel im Jahr 2004 – mit ca. 7 Millionen unterschriften und damit 9% der deutschen Bevölkerung – hat die damalige Gesundheitsministerin (Zens)Ursula Schmidt unbeachtet weggeschmissen. Sie sie nicht gewählt worden, um den Volkeswillen politisch umzusetzen. Erstaunlicher Weise saß sie in dieser Zeit in dem Vorständen von 10 gKVen gleichzeitig. Und nun raten wir alle mal, was die gKVen so wollten, um Millionen und Milliarden zu sparen. Die DAK z.b. hat damals niederländischen Versandapotheken Rezepte schon bezhalt, als der Versand von Rx noch gesetzlich verboten war.
        2) Man schaue nach Schweden, wie billig alles mit Einführung der Ketten geworden ist. Unter anderem wurde nach der 2-jährigen Haltefrist für die defizitären Landapotheken von den Ketten mit dem Staat ein „Deal“ abgeschlossen: Entweder es gibt pro weiter geöffneter Landapotheke einen Zuschuss von ca. 20.000€ pro Jahr, oder die nicht bezuschusste Filiale wird eben geschlossen. Von den 3 ursprünglich angetretenen Ketten sind übrigends derzeit nur noch 2 übrig.
        3) Die deutschen Apotheken kosten den Kranken Kassen in Deutschland aktuell technisch gesehen….. NICHTS! Die Apothekenvergütung pro Jahr ist ca. 4 Millarden €. Die Einsparungen durch die Rx-Rabattverträge – welche nur auf Kosten und durch die Apotheken umgesetzt werden – beträgt derzeit ca. 4 Milliarden € pro Jahr. Dies hält die Kranken Kassen allerdings nict davon ab, immer wieder festzustellen, dass die Apothekenb viel zu teuer arbeiten. Und dies, obwohl in den letzten 15 Jahren eine Anpassung der Entlohnung um insgesamt sage und schreibe 3% (ingesamt) als Inflationsanpassung erfolgte. Blöd nur, dass die Inflation zu einem Geldwertverfall von ca. 40% im selben Zeitraum führte.

        So viel zum Thema Apothekenlobby und Politik. Das Problem ist, dass kleine niedergelassene Apotheken keine Aufsichtsrats-Weiterverwendungs-Posten für ausgeschiedene Politiker bieten können. Dies können aber: Großkonzerne mit Kettenstruktur; Private Versicherungen; gesetzliche KrankenVersicherungen.

        Hm… vielleicht ist da ja eine Struktur zu erkennen, wenn man lange genug hinschaut…

        Gefällt 1 Person

    • ptachen schreibt:

      Das Schlimme ist, dass es diese Vorgaben ja schon gibt, nach denen die junge Frau vermutlich nicht hätte sterben müssen. Sie sind bekannt, und wurden offenbar trotzdem nicht umgesetzt. Das ist in meinen Augen dann auch kein bloßes menschliches Versagen mehr.
      Aber du hast durchaus recht: ausbaden dürfen das vermutlich im Nachhinein alle anderen Apotheken, in denen es eigentlich gut läuft!

      Gefällt mir

  6. PL schreibt:

    Was jetzt noch fehlt sind dann wohl die Klarnamen der verantwortlichen Mitarbeiterinnen. Bin gespannt, ob die dann hier auch so ausführlich angeprangert werden.

    Gefällt mir

    • ptachen schreibt:

      Ich denke ich habe klargemacht, dass ich mich darüber ärgere, dass die Organisation in dieser Apotheke offensichtlich nicht gestimmt hat. Genau dann können solche Fehler passieren, die ja nur menschlich sind. Der Fisch stinkt am Kopf sagt man, und genau so sehe ich das.

      Fehler sind dazu da, dass man daraus lernt.

      Und diese Fehler (Verwechslungen durch Standgefäße, Verwechslungen durch Chargenmischung, Verwechslungen durch nicht sachgemäße Kennzeichnung) sind alle bereits schon so häufig vorgekommen, dass es genügend Vorschriften gibt, die -wenn sie befolgt werden – diese Fehler ausschließen.

      Und in einer durchschnittlich VOM INHABER überwachten Apotheke passiert sowas nicht. Hier hätten diese Vorschriften sogar überdurchschnittlich gut überwacht werden müssen, da der Inhaber extrem gut genau in diesen Bereichen qualifiziert ist. Das ist es was ich nicht verstehen kann. Und auch nicht seine Aussage, dass er keine Erklärung dafür hat.

      Das bedeutet im Umkehrschluss nämlich, dass sowas jederzeit und überall und ständig wieder vorkommen kann und wird.

      Gefällt mir

    • gedankenknick schreibt:

      Ich prangere da eher die Zahlungsmoral der Kranken Kassen an. Einfach mal raten, welche Summe eine Kranke Kasse bereit ist, für folgende vertraglich zu erbringende Leistungen zu bezahlen (wohlgemerkt für alle zusammen):
      – Prüfung und Dokumentation der Ausgangsstoffe
      – Prüfung und Dokumentation der AusgangsstoffePlausibilitätsprüfung gemäß §  7 Absatz 1b ApBetrO mit Überprüfung und schriftlicher Dokumentation incl. Dosierung; Applikationsart; Art, Menge und Kompatibilität der Ausgangsstoffe untereinander sowie deren gleichbleibende Qualität in dem fertig hergestellten Rezepturarzneimittel über dessen Haltbarkeitszeitraum und Haltbarkeit.
      – Schriftliche Dokumentation der Herstellungsanweisung nach §  7 Abs. 1a ApBetrO mit Angaben zu Herstellungstechnik, Ausrüstungsgegenständen, Herstellungsparameter, Packmittel, Kennzeichnung, Inprozesskontrollen während des gesamten Herstellungsprozesses,Vorbereitung des Arbeitsplatzes (allgemeine Maßnahmen zur Hygiene und zum Arbeitsschutz) und Freigabe und Dokumentation des Endproduktes.
      – sowie natürlich Wareneinkauf und Abfüllung incl. Arbeitszeit und Endverbraucher-Gefäßen
      – gegebenenfalls zusätzlich Auslieferung an die Arztpraxis

      bei sagen wir mal einer Bestellung von 15x50g Glucose-Pulver. 200€? 100€? 50€? Oder vielleicht nur 25€? Die Apotheke hat gemäß Vertrag 15,71€ in Rechnung gestellt, incl. 19% MwSt. versteht sich. Aber das war auch noch zu viel. Na, wieviel ist dieses Produkt für 15 schwangere Frauen der Kranken Kasse wohl wert?

      Spoiler. Es sind 2,20€ für alle diese Aufgaben. Inclusive 19% MwSt. natürlich. Und jetzt mal darüber nachdenken…

      Nachzulesen ist das Ganze mit vielen Zusatzinformationen übrigends hier: https://www.deutschesapothekenportal.de/rezept-retax/apothekenfragen-archiv/vollstaendiger-beitrag/billig-billiger-apotheke-was-ist-uns-eine-rezepturabfuellung-wert/
      Nur damit niemand sagen kann, ich würde mir das alles ausdenken und Kranken-Kassen-Bashing betreiben.

      Übrigends darf die Apotheke dieses Rezept dann NICHT ablehnen! Schließlich haben wir in Deutschland einen „Kontrahierungszwang“, dies bedeutet, dass die Apotheke wirklich schon einen sehr guten Grund braucht, die Belieferung eines Rezepts zu verweigern. Die Nichtlieferbarkeit eines Arneimittels wäre so ein Grund. Der wirtschafliche Totalverlust bei der Belieferung eines Rezepts ist KEIN guter Grund. Vielleicht sollte man auch darüber einmal nachdenken.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..