Wer will impfen?

Zur Zeit gibt es gerade einen Disput zwischen Ärzten und Apothekern. Es geht ums impfen.

Der Ruf ist schon länger laut, dass die Apotheken (um die Impfstatistik zu verbessern) nun in ihren eigenen Räumlichkeiten diverse Seren verimpfen soll. Grippe z.B. gegen die in Deutschland keine 50% der Einwohner geimpft sind.

Das stößt (kein Wunder) auf den Wiederstand der Ärzteschaft, die extra noch einmal zum Ärztetag beschlossen festzulegen, dass nur ein „richtiger“ Arzt Patienten impfen darf. Keine MFA ohne ärztliche Aufsicht und schon gar kein Apotheker.

Ich muss sagen, ich persönlich würde gar nicht so gerne Nadeln in unsere Patienten pieksen wie so mancher meinen könnte. Aber als PTA bin ich wahrscheinlich sowieso nicht qualifiziert genug für sowas. Ich hätte Angst vor einem kollabierenden Patienten. Muss ja nicht einmal gleich ein anaphylaktischer Schock sein, der ein- oder andere fällt eventuell schon aufgrund der Nadel und des Piekses in Ohnmacht – das würde mir schon reichen…

Wie seht ihr das? Würdet ihr euch in einer Apotheke impfen lassen wollen (um der Warterei beim Arzt zu entgehen)? Und das pharmazeutische Personal hier: würdet ihr gerne impfen? Und falls jemand aus der Schweiz mitliest, wo das bereits praktiziert wird: welche Erfahrung habt ihr damit gemacht?

Danke für eure Kommentare!

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Neue irre EU- Kommissions- Ideen

Die neueste Idee bei der man sich fragen muss ob die am 1. April oder unter BTM- Einfluss erdacht wurde:

OTC- Arzneimittel von der Tanke.

Kurzer Auszug aus dem Text des verlinkten Artikels:

„Die Behörden werden aufgefordert, für gleiche Ausgangsbedingungen mit dem elektronischen Handel zu sorgen.“ Als positives Beispiel führt die Kommission die teilweise Freigabe des Verkaufs von OTC-Arzneimitteln außerhalb von Apotheke auf: In Portugal, Italien, Schweden und Dänemark könnten nun „bestimmte nicht verschreibungspflichtige Medikamente nun auch außerhalb von Apotheken zum Verkauf angeboten werden“.

Eine diesem Bericht vorausgegangene Umfrage der EU-Kommission unter großen Handelsplayern und Lobbygruppen ergab zum Arzneimittelmarkt ein gespaltenes Bild: In ihren Antworten hätten Apotheken- und Patientenvertreter auf notwendige Beschränkungen für den Verkauf von OTC-Arzneimitteln in Apotheken wegen des Gesundheitsschutzes hingewiesen. Auf der anderen Seite drängten große Händler und deren Organisationen auf den Verkauf von OTC-Arzneien außerhalb von Apotheken. Dies berge keine gesundheitlichen Risiken, sondern wirke sich positiv auf Preise und Verfügbarkeit aus. Der Verkauf könne dort unter der Aufsicht von qualifiziertem Personal stattfinden.

Diese Schreibtischtäter sollte man einmal mit Menschen zusammensetzen, die in den Ländern in denen das erlaubt ist gesundheitlich schwer geschädigt wurden!

Denn das „qualifizierte Personal“, das dann angeblich die Käufer im Einzelhandel berät, das gibt es dort schlichtweg nicht. An der Kasse wird beim Kauf von Ibuprofen sicherlich nicht gefragt, ob ein hoher Blutdruck und / oder Nierenprobleme vorliegen. Auch ein Wechselwirkungscheck ist bei Shell eher unwahrscheinlich.

Oder fragt bei EDEKA eine Fachverkäuferin vor dem Kauf von Aspirin ob ein Zahnarztbesuch ansteht?

Ach… was rege ich mich wieder auf? Offenbar ist die Ausbildung die ich absolviert habe genau so viel wert wie die einer Kassenkraft bei KIK. Manchmal kann ich gar nicht so viel essen wie ich brechen möchte bei so viel geballter Kompetenz unserer Regierungsorgane. Echt wahr.

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Wochenende

Am Wochenende lese ich gerne mal in „artfremden“ Blogs herum und treffe dabei auf das ein- oder andere Thema das mich trotzdem betrifft.

Zum Beispiel im Blog „Mama arbeitet“ in dem es um die Frage geht, wie man mit fremden Kindern umgeht, die zuhause andere Regeln lernen. Hier am Beispiel Süßigkeiten.

Ich habe mich genau das auch schon öfter gefragt, und bin zum Schluss gelangt, dass in meinem Haus auch gemacht wird, was ICH für richtig empfinde. Ich halte es da übrigens ganz mit der Autorin des Blogs. Süßigkeitenverbit gibt es hier nur unmittelbar vor den Mahlzeiten, und das hat sich absolut bewährt.

Wie seht ihr das? My home my castle? Oder sollte man sich anpassen?

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ESC- Abend

Heute habe ich einem ESC- Abend mit meiner Mama geplant. Mit Schafskäse- Hefegebäck, Sekt und Absinth 🙂

Der klassische ESC Abend also…

Für alle die lieber noch 3 Minuten etwas über die Gefahren von Schmerzmitteln erfahren möchten ist hier ein Link.

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Der tägliche Wahnsinn

Heute war wieder in allen Kategorien etwas geboten.

1. Das falsch ausgestellte BTM Rezept (wo natürlich erst nach dem bedrucken desselben auffällt, dass es das falsche Präparat war). Fehler der Praxis und Arzt schon im Wochenende. Prima!

2. Die falsch ausgestellte Rezeptur. Eine Rezeptur die uns auf zwei Rezeptblätter verteilt erreicht (sinngemäß stand auf dem ersten Rezept Erythromycin 2g und auf dem zweiten Linola Creme ad 100g). Da war der Arzt noch da. Ein Anruf ergibt allerdings, dass er eigentlich etwas ganz anderes aufschreiben wollte.

3. Das gar nicht erst ausgestellte Rezept. Der Kunde verlangte ein Medikament ohne Rezept, weil die „falsche“ MFA gerade ihren Dienst beim Arzt verrichtete. Er hatte angerufen aber gleich wieder aufgelegt weil er sie nicht leiden kann. „Bekomme ich das erst mal ohne Rezept?“ Äh… nein!

4. Das fehlende „aut- idem- Kreuz“. Ein renitent auftretender Kunde nichtdeutscher Herkunft, der zum wiederholten Mal ein Medikament verlangt das weder verordnet ist noch im Rabattvertrag steht. Wir versuchen ihm den RV zu erklären, er tut so als würde er es nicht verstehen. Wir rufen in der Praxis an, der Arzt will „bei dem“ kein Kreuz setzen. Aus Prinzip. Der Arzt hat die gleiche Herkunft wie der Patient und hat es ihm wohl ebenfalls schon in allen verständlichen Sprachen erklärt.

5. Der nicht bestellte Bote. Eine Kundin möchte ihr Medikament gebracht haben. Noch etwas anderes möchte sie ebenfalls, sagt es aber erst als der Bote schon vor der Türe steht. „Sie können ja nochmal herkommen“

6. Die geputzte Ausgangstüre. Birgit hat sich diese Woche die Mühe gemacht, die Apothekentüre mit Glasreiniger spiegelblank zu wienern. Heute früh ist sie wieder völlig verschmiert. Unsere Putzfrau hat sie offensichtlich abermals geputzt und dabei ganz schlimme Dreckspuren hinterlassen. Offenbar war das Putzwasser schmutzig.

8. Die klemmende Kassenschublade. Gestern abend muss besagte Dame von Punkt 7 die Kassenschublade zugedrückt haben. Leider so schräge, dass sie derart verklemmt war, dass sie der Chef heute früh aufbrechen musste

9. Wir haben eine ganze Großhandels- Retourenkiste unbearbeitet zurück geschickt bekommen, weil auf dem Rücksendeformular die letzte Ziffer der Postleitzahl fehlte. DAS nenne ich mal Dienst nach Vorschrift!

10. Last but not least: der Großhandel hat uns ein 700€ teures kühlkettenpflichtiges Arzneimittel vor dem Feiertag geliefert, und es war natürlich warm als ich es nach 1,5 Tagen aus der Medikamentenschleuse holte. Wie blöd kann man sein???

…unnötig zu erwähnen, dass heute ein Portaltag war, ne? (Oder war es nur ein „freaky friday“?)

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My choice

Bei DocCheck war kürzlich ein interessanter Artikel zu lesen. (Ich habe ihn allerdings nur bei Facebook gefunden, daher wird nicht jeder den Link klicken können)

Was hat eine Papaya mit einem Schwangerschaftsabbruch zu tun?

Ganz einfach: Medizinstudenten aus Berlin üben an dieser Frucht, wie man einen Schwangerschaftsabbruch vornimmt. Ist am Ende der Absaugung kein Kern mehr in der Frucht zu finden, so hat der angehende Mediziner alles richtig gemacht.

Diese Arbeitsgruppe von Medizinstudenten sind ein Ableger der amerikanischen Gruppierung MSFC (Medical Students for choice). Sie fordern

1. Eine bessere praktische Einbettung des Schwangerschaftsabbruchs im Medizinstudium.

2. Eine frühere und tiefergehende Implementierung des Themas und die Schaffung von Diskussionsräumen im Medizinstudium und in artverwandten Studiengängen.

3. Diskussionsräume und Einbringungsmöglichkeiten für Medizinstudierende und Studierende anderer Studiengänge zu schaffen, um diese für das Thema zu sensibilisieren.

4. Durch offene Veranstaltungen und Partnerschaften mit Aktivist*innen wollen sie eine breitere Öffentlichkeit erreichen und so zur Enttabuisierung des Schwangerschaftsabbruchs beitragen.

5. Aktives entgegenstellen einer Stigmatisierung und Kriminalisierung von Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen.

Ich wusste nicht, dass dieser am häufigsten vorkommende gynäkologische Eingriff noch derart tabuisiert gelehrt wird. Daher fand ich es sinnvoll, dieses eher apothekenfremde Thema einmal aufzugreifen.

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Petition zum zeichnen

Christian Redman – ein sehr engagierter Apotheker aus Ebermannstadt hat eine Online Petition ins Leben gerufen.

Ich bitte alle Unterstützer der Vor- Ort Apotheken diese zu zeichnen!

Hier der Originaltext:

Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel – Stellungnahme zum Koalitionsvertrag

Seit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zur Gültigkeit der Arzneimittelpreisverordnung für rezeptpflichtige Arzneimittel befindet sich die deutsche Apothekerschaft in existenziellen Nöten – so dass in der Folge die gesamte deutsche Gesundheitsversorgung durch Apotheken vor Ort gefährdet sein wird.

Die einzige Option, die sichere, redundante und qualitativ hochwertige Versorgung der Patientenschaft in all ihren Belangen (Individualrezepturen, Nacht- und Notdienste insbesondere an Sonn- und Feiertagen, Spezialversorgungen wie die palliative Versorgung) aufrechtzuerhalten, zu sichern und damit dem gesetzlich verankerten Versorgungsauftrag nachzukommen, stellt ein Versandverbot rezeptpflichtiger Arzneimittel dar sowie die Durchsetzung der Gültigkeit der Arzneimittelpreisverordnung auch für ausländische Versender.

Dies wird weitgehend als konform zum Europarecht gesehen – und muss zeitnah von der deutschen Regierung erarbeitet und beschlossen werden. Apotheker und ihre Teams, zumeist Frauen und insgesamt ca 150.000 Beschäftigte warten nun darauf, dass die Große Koalition diesen Punkt des Koalitionsvertrags aufgreift und mit der Umsetzung beginnt.

Aus diesem Grund fordern wir:

das klare Bekenntnis des amtierenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn zum Koalitionsvertrag

die zeitnahe Umsetzung des Versandhandelsverbots unter Ausschöpfung aller (europa-)juristischen Möglichkeiten

Begründung:

Warum diese Petition?

Durch politische Hängepartien, Verzögerungen während der letzten Regierung, während der Regierungsbildung sowie der zunehmenden Zahl geschlossener Apotheke gerät das deutsche Gesundheitssystem in eine bedrohliche Schieflage – eine Entwicklung, die dringend aufgehalten werden muss.

150.000 hochqualifizierte, familienfreundliche Arbeitsplätze vor Ort stehen auf dem Spiel – von den Existenzen der Apothekeninhaber nicht zu reden. Das Versorgungssystem, das seit Jahren gewachsen ist und sich bewährt hat droht erst auszudünnen und zuletzt zusammenzubrechen – zu Lasten der Patienten. Ein adäquater Ersatz durch sogenannte Versandapotheken ist nur auf den ersten Blick eine Alternative und gewährleistet in keinem Fall eine gleichartige Versorgungsqualität mit persönlicher Hinwendung zum Patienten.

Bitte unterstützen Sie ihre Apotheke vor Ort und helfen Sie mit, dass die schnelle Versorgung und eine gute Beratung durch das Versandverbote nachhaltig bestehen bleiben.

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