Portaltag

„Oh Mann… wenn ich gewusst hätte dass heute ein Portaltag ist, wäre ich zuhause geblieben!“

Diesen Satz schrieb kürzlich eine PTA im Facebook Forum, und ich dachte nur „Portaltag? Was soll das denn sein?“. Ein Portaltag ist offenbar nach dem Maya- Kalender ein Tag, an dem die diesseitige und die jenseitige Welt näher zusammenrückt, und sensible Menschen darauf reagieren. Schlechte Träume, ein kribbeliges und aufgewühltes Gefühl und leichte Reizbarbeit sollen die „Symptome“ sein, die manche Menschen dann heimsuchen. Scheinbar meinte die gute PTA, dass auch die Kundschaft schwieriger, und das ganze Tagesgefüge irgendwie „verrückt“ ist.

Heute früh kam jedenfalls Birgit und erzählte von ihrer sehr unruhigen Nacht, und ich sagte gleich, dass heute aber eigentlich kein Portaltag sei (der letzte war am 6.12., der nächste kommt am 12.12.). Trotzdem kam heute so einiges durcheinander, so dass wir uns darauf einigten, dass heute ein Apotheken- Portaltag sein muss. 

Unter anderem stürzte unser Rechner ab, kurz nachdem Bergen die umfangreiche Monatsretoure beendet hatte, und sie musste wieder von vorne beginnen – Portaltag! 

Dann lief bei einem unserer Drucker die Patrone aus – Portaltag! 

Der ROWA sortierte viel zu viele Packungen in ein Fach hinein und zerquetschte dabei wieder einmal etwas unrettbar – Portaltag!

Unser Chef hörte uns nur ständig „Portaltag“ sagen, und fragte was das sei. Auf unsere Erklärung hin rief er 

„Wir werrrrden alle sterben!“

und verschwand in seinem Büro. Kurz darauf hämmerte Knorkator ebendieses Lied durch die Hinterräume der Apotheke. Wir brachen in Gelächter aus, und Bergen wollte es danach nochmal hören – Portaltag!

Später standen wir vor unserer Sichtwahl und besprachen was neu reingenommen werden sollte und welche Packungen wieder eingelagert werden. Ich machte den (nicht ganz ernst gemeinten) Vorschlag, doch auf eine virtuelle Sichtwahl umzusteigen, damit wir nächstes Jahr auf den großen Sichtflächen die Fußball WM schauen können. Unser Chef war begeistert, und fing gleich an im Geiste auszumessen, welche Fläche wir zur Verfügung haben und was das etwa kostet. Bergen war entsetzt, doch unser Chef war nicht zu bremsen

„Aaaalles muss jetzt raus hier, ich kann das nicht mehr sehen… immer alles gleich! Neiiin! Das wird jetzt alles rausgerissen!“

Birgit grinste „Portaltag!“

Einmal mussten wir gegen Abend noch laut lachen, als eine Kundin hereinkam während Lea und ich im Spiegel der Schaufensterscheiben nachsahen, wessen Haarzopf länger ist (kann man ja sonst nie richtig vergleichen).

„Sie sehen toll aus! Nur hübsche Frauen hier!“

rief die Dame aus, woraufhin ich erwiderte 

„Nein nein… wir bewundern uns nicht im Spiegel. Wir wollten nur schauen wer den Längsten hat.“

…schweigen…

„…den längsten ZOPF!“

Wir lachten uns noch eine Stunde später darüber scheckig!

PORTALTAG!

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Neue Regelungen 2017 – Teil 4

Ganz neu ist es nicht mehr, aber dennoch erwähnenswert: die BAK hat die Leitlinien Mitte des Jahres erneuert – ein Blick hinein lohnt sich!

Für alle die nicht wissen was das bedeuten soll: die BAK (Bundesapothekerkammer) ist die berufspolitische Interessensvertretung der Apotheken. Sie ist unter anderem verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung, und erarbeitet so genannte „Leitlinien“ für die Beratung von Patienten. 

Sie geben Arbeitshilfen heraus, anhand derer die leitliniengerechte Vorgehensweise bei diversen Erkrankungen aufgezeigt wird. Etwa alle drei Jahre werden diese Arbeitshilfen auf den neuesten Stand gebracht und anhand der neuesten Erkenntnisse aktualisiert.

Beim Thema „Halsschmerzen“ sieht eine solche Arbeitshilfe so aus:

Das kann eine große Hilfe sein, wenn man sich neuen Themengebieten öffnen muss (wie z.B. als die „Pille danach“ in die Selbstmedikation wechselte und rezeptfrei erhältlich war), ist aber auch für altbekannte Themen wie banale Erkältungskrankheiten oder Rezepturen/Heimbelieferung etc. eine gute Sache um sich selbst zu überprüfen.

Was mir allerdings noch fehlt ist ein Leitfaden für Cannabisrezepturen – der wird dann vermutlich 2020  mit hineinkommen, wenn jede Apotheke schon irgendwas falsch gemacht hat… oder gibt es sowas schon und ich kenne es nur nicht?

Jedenfalls sind diese Leitlinien auch immer schön, wenn der Pharmazierat zur Prüfung kommt, und man kann sie ausgedruckt am jeweiligen Arbeitsplatz vorlegen – das gibt gleich Extrapunkte 🙂

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Das unsägliche Gutachten

2HM ist in den Apothekenmedien zur Zeit in aller Munde. Ihr Horror… ähem… Verzeihung… Ihr Honorar- Gutachten für das Bundeswirtschaftsministerium wird wohl angeblich aufzeigen, dass die Apotheken deutschlandweit etwa 1,7 Milliarden Euro zu viel „verdienen“. Wird wohl aufzeigen? Jawohl- es ist noch nicht veröffentlicht, und trotzdem dringt scheibchenweise immer mehr vom brisanten „content“ über diverse Printmedien an die Öffentlichkeit. 

Eigentlich ein Unding, denn das Gutachten sollte eigentlich im September, dann im Herbst vorgestellt werden. Der Grund warum es im Hintergrund gehalten wird ist noch unklar. Wird nochmals gegengerechnet? Stimmt irgendetwas damit nicht? Warum wird dann überhaupt mit gegacker die Öffentlichkeit gesucht?

Ich habe den Eindruck, man will erst einmal schauen, welche Wellen das Gutachten aufwerfen wird, um sich Strategien herauszusuchen. Andreas May- der Vorsitzende der ADEXA (Apothekengewekschaft) findet jedenfalls sehr deutliche Worte für die bekannt gewordenen angeblichen Inhalte des Gutachtens

„Liebe BILD-Zeitung, liebes 2hm-Team, liebes Wirtschaftsministerium,

habt Ihr eigentlich mal recherchiert, was Angestellte in öffentlichen Apotheken – also PTA, PKA und angestellte ApothekerInnen – nach Tarifvertrag verdienen? Und habt Ihr das auch mal mit den Verdiensten von vergleichbaren Berufen außerhalb des Gesundheitsbereiches verglichen – z. B. anderen Akademikern oder auch den Angestellten in einem Drogeriemarkt?

Und glaubt Ihr ernsthaft, die Gehälter wären trotz der anspruchsvollen Arbeit so niedrig, weil sich unsere Chefs heimlich die Taschen vollstopfen, die sie dann in Steuerparadiesen wieder ausleeren?

Seid Ihr wirklich so naiv?

Denn das glauben nicht einmal wir als Gewerkschaft. Obwohl wir uns gerne und oft mit den Arbeitgebern über das Gehaltsniveau streiten.

Aber wir kennen die Lage der Apotheken aus eigener Anschauung. Offenbar besser als Ihr nach Eurem Gutachten, liebes 2HM-Team.

Ja, es gibt natürlich auch übertarifliche Bezahlung. Aber nicht flächendeckend. Das liegt daran, dass sich nicht alle Apotheken höhere Gehälter leisten können. Zum Beispiel die kleineren in den Stadtrandlagen und auf dem Lande, da, wo sie besonders gebraucht werden.

Liebes Wirtschaftsministerium, ist Dir eigentlich klar, was es für unsere Arbeitsplätze bedeutet, wenn das Honorar tatsächlich um vermeintlich zu viel gezahlte 1-2 Mrd. Euro gesenkt würde?

Dass zu den Apotheken auch Arbeitnehmer und Arbeitsplätze gehören, sollte doch zumindest einer geschäftsführenden Ministerin der SPD bekannt sein. Sind wir in der falschen Branche? Oder haben wir mehrheitlich das falsche Geschlecht? Bekämen wir mehr Aufmerksamkeit, wenn wir (männliche) Angestellte von Autozulieferern wären?

Ein Gutachten, das die Realität in der Apotheke und ihrer Arbeitsverhältnisse nicht widerspiegelt, darf nicht Grundlage für die künftige Honorierung der Apothekenteams sein. Dass das Gutachten noch nicht veröffentlich ist, lässt einen Funken Hoffnung zu, dass hier nochmal Experten nachrechnen.

Im Übrigen: Es wäre schön, wenn wir es – als für diesen Bereich zuständige Gewerkschaft – vor der Veröffentlichung auch zur Stellungnahme einsehen könnten!

Viele Grüße

ADEXA – Die Apothekengewerkschaft”

Mir persönlich reicht ein Blick auf die Homepage von 2HM, wo ich unter anderem Namen wie „Leif Steinbrinker“ lese, die beim Aufbau von Amazon.de geholfen haben. Dass so jemand kein Interesse am täglichen „klein klein“ deutscher Apotheken hat, sondern vielmehr einen RX- Versand befürworten dürfte ist auch klar. Zudem zählen „Rossmann“ und „REWE“ zu den zufriedenen Kunden des Unternehmens. Dass diese mit DoMo eng zusammenarbeiten ist sicherlich Zufall, oder? Lobbyisten als Wissenschaftler getarnt – wundert uns das wirklich?

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Weihnachtsgeschenke aus dem Labor…?

Ich bin wieder mal (wie jedes Jahr) auf der Suche nach einem kreativen Weihnachtsgeschenk für meine Familie (Tanten/Onkel). Dabei bleibt es nicht aus, dass ich das Netz umkremple und so manches Kleinod finde (das nicht in Frage kommt, aber vorgestellt werden muss). 

So bin ich über die Seite FabLab gestolpert, die Kreatives aus Technikbauteilen herstellt. So kann man sich am heimischen Herd eine CNC- Fräse basteln, einen 3D- Drucker oder andere interaktive Gadgets. Wer ein Faible für so etwas hat, ist dort richtig aufgehoben.

Bei mir sind die Favoriten für dieses Jahr einmal der selbstgemachte Orangecello oder kreative Bruchschokolade. Oder doch Granatapfelessig…? Ich muss mich jedenfalls diese Woche noch entscheiden, wenn es ein Likör werden soll.

Die Familie hatte schon Bierlikör, ein Ingwerchutney, Orangensenf, Lippenpomade, Pralinen, Kuchen im Glas, Schneemänner und Weihnachtsbäume aus Marzipan, eine selbstgemachte Teemischung… ach ich weiß schon gar nicht mehr alles. Ich bastle immer lieber etwas zum verbrauchen, denn nicht alle haben den gleichen Geschmack. Freut sich jemand über Kerzen mit Serviettenrechnik, so findet der nächste das zum brechen. Was schenkt ihr denn so, wenn es etwas selbstgemachtes wird?


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Dinosaurier und LABOR

Heute hatte ich frei, weil ein Kindergeburtstag anstand. Ich bin ja kein großer Bastler, aber ein Dinosaurierkuchen wurde gewünscht, also musste ich es versuchen…

Und das Beste daran: er war auch noch ganz lecker 😉

Ansonsten möchte ich euch etwas vorstellen: die apotheke adhoc hat ein neues Kapitel aufgeschlagen: das LABOR. Es startet morgen offiziell und soll eine neue Diskussionsplattform darstellen, auf der Probleme und Lösungen im Bereich Rezeptur/Labor, Arzneimittelabgabe und viele weitere berufspraktische Themen miteinander diskutiert werden können. 

Zugreifen kann man mittels DocCheck Passwort – das klingt jedenfalls interessant und ist vielleicht „sicherer“ bestimmte Themen dort zu diskutieren als quasi öffentlich in Facebook Foren!

Viel Spaß dort, ich denke ich werde mich da auch öfter mal zu Wort melden 🙂

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Ich hab den 1000. Beitrag…

…verschlafen! Ja geht’s denn noch??? Vorhin hab ich nichts ahnend in meinen WordPress- Admin geschaut, und da stand es: 1002 Beiträge wurden schon geschrieben, und dies ist der 1003.

Da schreibe ich also jetzt seit über 1000 Tagen jeden Tag einen Beitrag und merke es nicht mal wenn der erste 1000er erreicht ist. Naja…

Zur Feier des Tages werde ich dafür heute keinen eigenen Artikel schreiben (weil ich dringend backen muss… wieso erkläre ich euch morgen). So lange könnt ihr das aktuelle „Tagebuch“ von Peter Ditzel aus der DAZ lesen.

Viel Spaß, und Danke für euer Mitlesen hier!!!

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Prioritäten

Heute wurden die Apothekenfenster weihnachtlich geschmückt, und Birgit und ich waren sehr glücklich über das Ergebnis. Sie erzählte mir außerdem einiges über ihre beiden größeren Fortbildungen der letzten Zeit, und ich zeigte ihr die aktuellen Online Fortbildungen für PTA. Die letzten 4 Wochen hatten wir außerdem jede Woche eine Inhouse Schulung unterschiedlicher Firmen (HEXAL, 2x BAYER und LETI). Der Chef ist ohnehin so gut wie jede Woche irgendwo um sich neues Wissen anzueignen, und auch diverse Webinare werden vom Team immer mitgenommen – ganz zu schweigen von meiner Fernschulung zur Tierheilpraktikerin. 

Ich darf also behaupten, dass wir alle ständig dabei sind Neues zu erlernen und Altes gelerntes zu hinterfragen. Aber ich muss mich schon manchmal fragen, ob das die Kunden eigentlich interessiert.

Kürzlich kam mir zu Ohren, dass mindestens zwei Kunden sich beim Bäcker darüber beschwert haben, dass die „Apotheken Umschau“ bei uns erst aktiv verlangt werden muss und nicht automatisch mitgegeben wird.

Echt – wenn das die Prioritäten sind die die Menschen hier in der Vorstadt haben, dann fällt mir bald nichts mehr dazu ein. Es gibt die Zeitung doch umsonst. Sie ist noch nicht mal an einen Einkauf gebunden, und ich würde behaupten, dass wir sie in 60- 70% der Kundenkontakte auch aktiv anbieten. Nur will ich einem Stammkunden der mehrmals die Woche kommt nicht jedes Mal die Umschau ins Kreuz leiern, sonst kommt irgendwann die Frage, ob ich mir nicht gemerkt habe, dass ich sie ihm schon mitgegeben habe. Manchmal vergesse ich es aber auch schlicht und einfach zu fragen, das gebe ich zu.

Aber es fällt doch bitte niemandem ein Zacken aus der Krone wenn er einmal fragt ob er/sie sie mitnehmen kann, oder? Zumal wenn derjenige nicht zu schüchtern ist sich beim Bäcker schräg gegenüber über diesen Umstand zu mokieren…

Ich werde sowas nie verstehen. Dabei war ich schon so ein klitzekleines bisschen in weihnachtlicher Vorfreude… eigentlich doof, dass mich sowas dann wieder so stinkig macht, oder?

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