Omikron zu Ostern

Frohe Ostern euch alle da draußen!

Für mich haben die Ostertage allerdings weniger schön begonnen. Donnerstag Abend fühlte ich mich schon ein wenig „matschig“, ich habe dann allerdings auch noch ein Gläschen Rotwein getrunken und bin schnell eingeschlafen.

Freitag früh dann ’nen dicken Schädel gehabt – naja. Kann ja mal passieren. Ne Ibu, und gut wars wieder. Abends zur Sicherheit nochmal nen Schnelltest gemacht nachdem sich Fieber eingestellt hat- alles prima, eindeutig negativ.

Samstag dann aber immernoch etwas tranig gewesen, eine Schniefnase kam dazu. Also hab ich in der Apotheke vorbei geschaut und zur Sicherheit noch einen PCR in die Maschine geschoben. Wirklich geglaubt, dass es mich erwischt hat habe ich aber nicht. Dachte aber, dass ich bevor ich zum Frühstück zu Bergen fahre lieber auf Nummer sicher gehe. Zudem hatte mich eine gute Freundin gebeten, bei ihr einen PCR laufen zu lassen. Sie brauchte das positive Ergebnis für ihren Arbeitgeber, ihr PCR Ergebnis vom Tag zuvor war im Labor als „nicht ermittelbar“ zurückgekommen, und sie wusste nicht wo sie zwischen den Feiertagen noch einen Termin machen sollte. Ihre komplette Familie war krank. Da hab ich einfach mein Röhrchen dazu gestellt.

Ich stehe also in der Apo, helfe Birgit noch beim Suchen eines Medikamentes und schlendere ins Labor um nachzusehen, ob die PCRs schon durch sind. Waren sie. Beide positiv.

Ich dachte es reißt mir den Boden unter den Füßen weg. Woher? Und wen hab ich in den letzten Tagen alles gesehen? Wen hab ich unwissentlich angesteckt? Und was ist mit all den Terminen in der kommenden Woche? Ich war dermaßen fassungslos, dass ich erst mal ne kleine Runde geheult habe. Unprofessionell, ich weiß. Aber ging nicht anders.

Birgit stand sehr lieb und hilflos daneben – drücken konnte sie mich ja nicht. Ich bin dann schleunigst aus der Apotheke rausgegangen und habe einen Test Zuhause gemacht. Jetzt war er auch positiv, ganz eindeutig. 12 Stunden später von 0 auf 100.

Ich zermartere mir immernoch den Kopf wie das passieren konnte. Ich trage meine FFP2 immer (!) wenn ich unter Leute gehe, die nicht zu meiner Familie gehören und die nicht gerade getestet wurden. Ich war im letzten halben Jahr nicht essen. Ich war seit 2 Jahren nicht mehr im Kino. Ich steige nicht bei anderen Menschen ins Auto. Ich gehe niemals ohne FFP2 einkaufen.

Dabei ist mir eine Begebenheit aber nicht aus dem Kopf gegangen. Dienstags war ich im Testzelt. Da war ein sehr großer älterer Mann, der sich beim Testen so vorgebeugt hat, dass sein Gesicht direkt vor meinem Visier war, nur einfach zu hoch, so dass ich zu ihm aufsehen musste. Als ich das Stäbchen aus der Nase gezogen habe hat er plötzlich den Mund aufgemacht, und mir seinen vorher angehaltenen Atem entgegen geblasen. Direkt unter meinen Gesichtsschutz.

Er hat dann gesagt: „Entschuldigung, ich kann nicht so lange die Luft anhalten.“

Ich empfand das als sehr unangenehm, auch weil der Ausatemstoß so plötzlich und fest kam, ich Knoblauch riechen konnte und auch meine Hand ganz warm geworden ist. Ich hab danach noch die Handschuhe gewechselt, mich ein wenig geekelt und mir gedacht, dass ich mir den Namen für das nächste Mal merke, damit ich einen Schritt zurück trete wenn er wiederkommt.

Naja. Jetzt bin ich erstmal außer Gefecht gesetzt. Drückt mir die Daumen, dass ich niemanden weiter angesteckt habe, das ist erst mal meine größte Sorge. Mit meinen Kolleginnen habe ich seit gestern viel geschrieben und telefoniert. Ich denke ich stelle ab Dienstag jetzt immer ein Röhrchen mit dazu, damit ich sehen kann, wie sich der ct-Wert verändert (nerdig, ja…). Und bis dahin habe ich zum Glück einen schönen Garten, der etwas Pflege braucht 😉

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7 Antworten zu Omikron zu Ostern

  1. Alexander Mühl schreibt:

    Über Kurz oder Lang werden wir wohl, ob wir wollen oder nicht, alle durchseuchen. Die massive Rücknahme der Schutzmaßnahmen seitens der Behörden lässt zumindest keinen anderen Schluss zu, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass man das so auch ehrlich kommuniziert hätte. Man kann dann nur hoffen, dass die dreifache Impfung bei einem selbst dann hilft, dass es bei einem milden Verlauf bleibt.

    Genau das wünsche ich Dir jetzt auch: milder Verlauf (die 2022er-Variante von „Alles Gute!“)

    Gefällt 1 Person

  2. ednong schreibt:

    Ach herrje,
    es muss echt nervig sein, wenn man sich zurückhält und dann doch den Shit bekommt.

    Zermartere dir nicht das Hirn – es würde in deinem Fall nur weiterhelfen, wenn du weißt, ob der Herr wirklich an dem Tag positiv war. Und letztlich würde auch das nix an deiner momentanen Lage ändern.

    Habe einen milden Verlauf ohne Nachwirkungen.

    Gefällt 1 Person

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