Nerviger Freitag Teil 1

Heute war mal wieder so ein typischer Freitag. Nicht viel Kundschaft, aber die, die da war hatte es in sich… Ständig irgendwelche Missverständnisse und Schwierigkeiten neben Kunden, die einfach mal freundlich ’ne Runde quatschen wollen obwohl man noch 1000 Dinge zu tun hat.
Das nervigste war wieder mal ein Problem mit einer Arztpraxis. Es fing gestern bereits an, dass ein Patient ein Rezept brachte, mit dem Medikament X der Firma Axicorp. Diese Firma war auch vor 3 Monaten verordnet worden, als der Herr es zum ersten Mal einnehmen sollte, Axicorp hatte damals jedoch Lieferschwierigkeiten. Wir gaben das entsprechende Medikament von der Firma HEXAL ab, das sich im unteren Preisdrittel bewegte. Gestern nun war es aber DOCH von Axicorp lieferbar, da die Großhändler inzwischen wieder bevorratet sind. Axicorp ist noch dazu der Rabattpartner der Krankenkasse unseres Patienten für diese Wiekstoffgruppe. Es könnte alles so einfach sein, wenn dieser nicht so schwierig auf neue Medikamente einzustellen wäre, und uns wohler dabei wäre, wenn er bei der Firma bleiben würde, die er das letzte Mal bekommen, und die er sehr gut vertragen hatte.
Wir riefen also gestern bereits bei der Praxis an die das Rezept ausgestellt hatte, um zu erfragen ob wir nicht besser ein neues Rezept bekommen können auf dem die Firma HEXAL verordnet steht. Dort ging ewig niemand ans Telefon, bis eine MFA sich den Vorgang anhörte und zugab, dass sie überhaupt nicht versteht, um was es geht. Sie versprach sich zu melden wenn der Arzt frei wäre. Das passierte nicht. Wir riefen wieder an, wieder völlige Ahnungslosigkeit. Sandra machte sich daraufhin die Mühe alles nochmals schriftlich darzulegen und der Praxis mit der Bitte um Rückruf zu faxen. Unnötig zu erwähnen, dass auch diesmal keine Antwort kam, oder? Heute vormittag versuchte ich nun mein Glück, kam aber nur bis zur Warteschleife. Birgit schaffte es dann irgendwann, dort jemanden zu erreichen, wir wollten ja heute auch langsam mal bestellen. Offenbar hatte sich der verordnende Arzt dazu gestern nicht mehr geäußert, und heute war er leiiiider nicht in der Praxis. Man versprach dort aber, uns anzurufen sobald sein Kompagnon eine Entscheidung bezüglich der Firma und des neuen Rezeptes gefällt hätte. Pustekuchen. Kurz vor der Mittagspause riefen WIR dann wieder an, um die Auskunft zu erhalten, dass der Herr Doktor sich nicht dazu äußern will, weil es nicht sein Patient ist, sondern der seines Praxiskollegen. Man möchte schreien. Also haben wir den Patienten informiert, der zum Glück noch bis Montag versorgt ist. Zur Sicherheit haben wir dann das Medikament schon mal bestellt, nicht dass der Arzt am Montag entscheidet, dass es bei Axicorp bleiben soll und dann sind die wieder ausverkauft…

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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3 Antworten zu Nerviger Freitag Teil 1

  1. einjohannes schreibt:

    So weit so erwartbar. Ist nur wirklich traurig, wenn Angestellte einer Arztpraxis mit einer Frage einer Apotheke so komplett überfordert werden. (Stellen Ärzte heute nur noch nach blond/blauäugig/90-60-90 ein?)

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  2. Wölfchen schreibt:

    Wieso sind die damit überfordert?
    Welcher solcher Sachen rufen Apotheken doch ständig an und da braucht es auch keine Rücksprache mit dem Arzt, da wird direkt ein Rezept fertig gemacht und den Arzt vorgelegt, der dass dann zu unterschreiben hat (wir erwähnen aber noch freundlich, warum wir – so ist es nicht… aber ne große Wahl haben sie da erst einmal nicht).
    Schwierig ist das doch nur, wenn der Patient unbedingt seine Firma haben will (wenn der Vertrag mal wieder wechselt *schalalalalalalala* ist hier aber eh nicht gegeben) ODER der Arzt sich hat kaufen lassen und UNBEDINGT von dieser und jener Firma rausgeben lassen will, weil… das würde dann auch erklären, warum der angestellte Arzt/Praxispartner sich nicht einmischen will.

    Aber ich will hier jetzt keine Illegalitäten unterstellen oder so – ich verstehe nur das Problem meiner MFA-Kollegin nicht. o.ô

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    • Wölfchen schreibt:

      Ah und da fällt mir ein:
      EINMAL hatten wir den Fall, dass ein Arzt das Rezept nicht unterschreiben wollte, weil er nicht damit einverstanden war. Er hat dann in der Apotheke angerufen und das geklärt. Aber ich glaube das hatte mit irgendwelchen Hilfsstoffen zu tun, die Firma A benutzt und die andere nicht und es da dann wiederum Probleme geben könnte, weil Pustekuchen. Frag mich nicht, ist zu lange her. Es kam dann aber ein Rezept mit einer dritten Firma raus.

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