Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh‘

Immer wieder Thema in diversen PTA Foren sind die „Äußerlichkeiten“ im Beruf. Was ist verboten, was ist erlaubt? Beschweren sich die Chefs über Gelnägel, Sidecuts, Tattoos oder Piercings? Hat schon einmal ein Kunde gemeckert weil eine Mitarbeiterin zu „unseriös“ wirkt, die Stiefel zu hoch oder der Rock zu kurz war? Darf man sich als Apothekenpersonal zu Karneval verkleiden oder gibt es sogar „Dresscodes “ die es zu erfüllen gilt? Jede einzelne Frage wurde völlig unterschiedlich beantwortet – je nach Chef gibt es da riesige Abweichungen. Der amtierende „PTA des Jahres“ Sebastian Giemsch beispielsweise ist tätowiert und gepierct, was offenbar weder seinem souveränen Auftreten, noch seiner Beratungsqualität geschadet hat. Probleme mit der Kundschaft hatte er laut eigener Aussage auch nur ein einziges Mal- was aber wohl auch mit an seiner Umgebung liegt, denn er arbeitet in Berlin. Ob das auch in einer eher konservativen Dorfgemeinschaft der Fall gewesen wäre? Ich habe persönlich bisher nur von einer „Problemkleidung“ etwas mitbekommen, und das ist ein Kopftuch. Da gibt es wohl häufiger Schwierigkeiten mit (meist älterer) Kundschaft, und ich kenne zwei, drei Apotheker die schon direkt gesagt haben, dass sie kein Personal mit Kopftuch einstellen würden. An welcher Frage sich kleidungsmäßig immer wieder Welten auftun ist die Kittelfrage. Offen, geschlossen oder einfach gar nicht – die Meinungen gehen da sehr stark auseinander. Ich persönlich trage den Kittel sehr gerne, denn ich nutze die großen Taschen immer als Stauraum für diverse Kleinteile. Da finden sich Büroklammern, Kleingeld falls ich noch mal eben zum Bäcker muss, Kulis diverser Farben, ein kleiner Notitzblock oder mein Handy. Andere empfinden das kitteltragen als überholt, hässlich oder sogar arrogant. Jedem das seine denke ich eigentlich… nur heute habe ich kurz in eine fremde Apotheke reingelinst als ich mich in einem Nachbarort mit Sandra zum frühstücken getroffen habe. Da haben alle Mitarbeiter einfach in ihren normalen Straßenklamotten bedient. Fand ich dann doch nicht so schön. Wenn schon ohne Kittel, dann doch wenigstens irgendwie einheitliche Tshirts, sonst sieht das wirklich so beliebig aus.

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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9 Antworten zu Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh‘

  1. ednong schreibt:

    Jep, da stimme ich dir zu. Einheitlich sollte es sein, damit man als Kunde Mitarbeiter erkennt. Und Kittel finde ich persönlich (als Kunde) okay. Gibt doch heutzutage richtig schnittige Modelle …

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  2. aponettesplauderei schreibt:

    Dito, entweder einheitliche Shirts, und IMHO auch Hosen/Röcke, (bei uns rotes Shirt, weißes Langarmshirt drunter und weiße Hosen, unsere Filiale hat weiße Shirts und blaue Hosen) oder Kittel. Wobei ich Kittel auch immer gut fand, Taschen! Und einmal bin ich auf dem Weg zur Arbeit total nass geregnet worden, da hab ich dann meine Hose zum trocknen aufgehängt und den (glücklicherweise langen) Kittel komplett zugeknöpft getragen, bis meine Hose wieder tragbar war.

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  3. nickel schreibt:

    Als Kunde finde ich es „schön“, wenn Apothekenpersonal Kittel trägt oder eben zumindest weisse Hosen und/oder Shirts, sprich Einheitlichkeit ist gefragt. Nur Strassenkleidung empfände ich ebenfalls als unseriös. Da könnte sich Herr Müller ja auch einen Streich erlauben und als Apothekenmitarbeiter ausgeben und ich wüsste nichts davon und würde ihm eventuell sensible Informationen…okay, vielleicht weit hergeholt, aber ihr versteht, worauf ich hinaus will.

    Zumal wie schon erwähnt Kittel einfach praktisch sind, ich habe sie in der Drogerie geliebt. Und lieber Stecke ich Stift und Zettel in den Kittel statt in die Hosentasche, nech.

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    • nickel schreibt:

      Ach und: für mich hat eine spezielle Arbeitskleidung auch einen psychologischen Nutzen. Zu Arbeitsbeginn stimme ich mich auch durch Anziehen der Kleidung auf die Arbeit ein und nach Schluss streife ich die Kleidung ab und bin wieder Privatperson.

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  4. hottizotti schreibt:

    Da sieht man, wie unterschiedlich Geschmäcker sind 😀
    Ich persönlich finde Kittel in der Apotheke immer ziemlich albern (noch gesteigert, wenn nur das studierte Personal Kittel tragen darf, die anderen aber nicht, so war das in meiner ehemaligen Stammapotheke). Wenn man irgendwas anrühren muss was Flecken macht – okay, dann kann man ihn rüberziehen. Im Kundenverkehr finde ich sie unnötig, da verstehe ich dann nie, warum man so tun muss, als wenn man den ganzen Tag ständig mit Körperflüssigkeiten zu tun hätte. Ist nicht abwertend gemeint, nur mein Geschmack.
    Bei einem normalen Hausarzt finde ich die übrigens genauso albern, lediglich im Krankenhaus erschließt sich mir irgendwie ein Sinn, sowohl aus hygienischen Gründen als auch aufgrund der Tatsache dass man da am Patienten keinen Schreibtisch/Tresen in der Nähe hat und die Taschen braucht.
    Dass sie auch in der Apotheke praktisch sind wegen der Taschen streite ich aber nicht ab *gg*.

    Wenn ich in einer Apotheke „zu bestimmen“ hätte würde ich für ein einheitliches Bild sorgen. Polos/Pullis in der gleichen Farbe, Hosen müssen m.E. nicht identisch aber von der Farbe her ähnlich sein (meist isses ja blau, dann dürfen es meinetwegen auch Jeans sein). Außerdem mag ich es, wenn jeder ein Namensschild trägt, Berufsbezeichnung finde ich dabei aber nicht nötig.

    Existenziell wichtig finde ich das alles aber nicht – in meiner aktuellen Stammapotheke trägt jeder was er will und ich gehe trotzdem hin *gg*

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    • hottizotti schreibt:

      Nachtrag: hottizotti=Judi. Liebes PTAchen, Du kannst es gerne unter meinem üblichen Namen veröffentlichen, hatte nicht aufgepasst beim Abschicken 😉

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  5. Nanny Ogg schreibt:

    Mir ist das Outfit recht egal, solange es nicht zu schmuddelig aussieht. Ein einheitliches Outfit bevorzuge ich auch, so kann ich die Mitarbeiter leichter von den Kunden unterscheiden. In meiner Stammapotheke stehen meist ein bis zwei Mitarbeiter auch an einem Extratisch im Laden, die dann aber nur Beratungen machen, sie geben keine Medikamente aus. Alltagskleidung wäre dann hinderlich.
    Der Herr Giemsch wird die Kunden ganz einfach durch seine Ausstrahlung überzeugen – und die paar Kunden, die sich daran stören, berät dann einfach jemand anderes.

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  6. Betty Summers schreibt:

    Ich finde es wichtig, einheitlich aufzutreten und auf jeden Fall mit einem Namensschild. Mit persönlich gefällt ein Kittel in der Apotheke, da man trotzdem unter dem Kittel individuell gekleidet ist und das auch noch ein bisschen oben und unten rausspitzt 🙂 Ich möchte nur ungern in einer Apotheke mit Polos oder Tshirts arbeiten, das trage ich privat nicht und ich würde mich unwohl fühlen.

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