Bin ich komisch, oder…?

…sind es die anderen? Da gibt’s ja diesen Witz von dem Mann der Zuhause anruft und sagt, dass es später wird – die Autobahn sei voller Geisterfahrer.

Vielleicht fehlt bei mir irgendwas oder ist zu viel – mir ist jedenfalls bei einem Treffen mit anderen PTA in dieser Woche aufgefallen, dass ich ganz offensichtlich anders ticke.

– EuGH Urteil? Was war denn das?

– der GKV – Spitzenverband hat was beschlossen?

N- IDENT Verfahren? Hab ich noch nie gehört… warum muss man sich da anmelden?

– 2hm- Gutachten? Wassn das?

– Ob ich welche Petition schon gezeichnet habe?

Solches und ähnliches mehr bekam ich zu hören und bin ehrlich gesagt entsetzt. Eine meinte sogar, dass das Themen für die Apothekenleitung sind und uns als Angestellte nichts angehen.

Bin ich bekloppt weil ich das anders sehe? Wenn die Apotheke dicht macht, dann sind wir doch auch mit dran. Ich nehme auch oft Probleme die bei der Arbeit auftauchen (z.B. Rezepturfragen) mit nach Hause und grüble dort drüber nach, oder frage in einem Internet- Forum ob jemand eine Lösung hat.

Ich empfinde das als völlig normal, und ich weiß dass meine Kolleginnen das ebenso tun. Was läuft in den anderen Apotheken so anders, dass mich alle anstarren als hätte ich eine Clownsnase aufgesetzt wenn ich über die o.a. Sachverhalte sprechen will?

Reden die nicht bei der Arbeit über sowas? Haben wir bei uns zu viel Zeit um uns über berufspolitische Dinge zu unterhalten? Liegt es am Chef?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mir innerlich die Hutschnur platzt wenn ich höre, dass eine der PTAs jetzt zu einem Versender gewechselt hat. „Da liegt die Zukunft, nicht in der kleinen Landapotheke.“

Mit DER Einstellung kann das ja nix werden mit #revolutionpharmacy 😦

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
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9 Antworten zu Bin ich komisch, oder…?

  1. TFH schreibt:

    Auch wenn das oft schwer anzunehmen ist,
    ich glaube schon, dass Du da ziemlich besonders bist..
    Sowohl von Deinem generellen Beruflichen Engagement,
    als auch Deinem berufspolitischen Engagement.
    Es könnte ja durchaus sein, dass Du Dein Umfeld da ein wenig mitreißt,
    und Dein Interesse auch ein wenig andere Ansteckt..
    Ich würde meinen, dass es gar nicht so selten ist, dass PTA wie Kassiererinnen behandelt werden, und sich dann auch ähnlich motiviert für ihren Beruf engagieren..
    Und – denken ist echt nicht selbstverständlich..

    Gefällt 1 Person

  2. Judi schreibt:

    Da schließe ich mich TFH an, ich glaube so (positiv!) engagiert zu sein wie Du ist nicht selbstverständlich.

    Und irgendwo müssen ja auch die ganzen Apothekenmitarbeiter herkommen die nicht beraten, nicht auf Wechselwirkungen achten oder auch mal was nicht wissen (wie der kinderdok es neulich beschrieb) 😎

    Btw – wo sind eigentlich die Beiträge vom 1. bis zum 6. Juni abgeblieben?

    Gefällt 1 Person

    • ptachen schreibt:

      Das mit den Beiträgen ist seltsam. Die Einstellungen habe ich gerade überprüft – alles wie immer.
      Ich werde es mir heute Abend mal mit dem Rechner ansehen! Danke für den Hinweis!!!

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  3. Peter Muchmann schreibt:

    Beruf, Berufung und Leidenschaft
    Deine Erkenntnisse haben etwas mit Beruf, Berufung und Leidenschaft zu tun, denke ich. Und das gilt für alle Berufsbilder. Entweder übe ich meinen Beruf als Job aus. Oder es ist eine Berufung für mich, ich übe meinen Beruf mit Leidenschaft aus. Ich fürchte, die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung gehört in die Job-Klasse (warum auch immer das so ist). Ich gehörte schon zu beiden Klassen und auch mal zur Beobachter-Klasse (Chef einer kleinen Abteilung). Die Jobber und die Leidenschaftlichen kann man recht gut unterscheiden, wenn man morgens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt und die Menschen beobachtet.
    Als Leidenschaftlicher macht mir die Arbeit auf jeden Fall deutlich mehr Spaß. Auf ein Team bezogen habe ich verschiedene Erfahrungen gemacht. Es kann sein, dass die Leidenschaftler die Jobber mitziehen und zu Leidenschaftlern machen. Das ist sicher der Optimalfall. Es kann aber auch sein, dass die Jobber von den Leidenschaftlern genervt sind und umgekehrt, das ist dann sehr übel.
    Die Kurzfassung: bleib so, wie Du bist, und versuche, andere mitzureissen.

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    • bombjack schreibt:

      [….]Die Jobber und die Leidenschaftlichen kann man recht gut unterscheiden, wenn man morgens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt und die Menschen beobachtet.[…]

      Würde mich interessieren was sich da beobachten lässt….

      Grüße von einem zum Teil „Leidenschaftlichen“, weil er seinen Job (TA/Labormanager in einer Arbeitsgruppe an einer Uni in CH) zwar mag, er aber lieber Chemie köcheln würde…

      bombjack

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  4. ednong schreibt:

    Das ist dein Umfeld – Chef und Kollegen haben Interesse und ihr wertschätzt euch als Team. Und du bist neugierig (im positiven Sinne ). Behalt das bei.

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  5. Nanny Ogg schreibt:

    Bei aller Leidenschaft bitte nicht vergessen, auf Dich selbst zu achten und aufzupassen. Leider vergessen das manche, die ihre Arbeit germ und leidenschaftlich machen und bekommen dann gesundheitliche Probleme.

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  6. Jessica schreibt:

    Ich erkenne mich in deinem Post echt wieder… Auch wenn ich mich nicht auf eine Stufe mit dir stellen kann (nicht abwertend gemeint , sondern voller Respekt und auch Bewunderung, deswegen lese ich dein Blog auch so gerne, da krieg ich alles mit, was mich interessiert 😉).
    Irgendwie habe ich das Gefühl, viele Kollegen im direkten Umfeld können mit einigen Themen weniger anfangen, als mir lieb ist…

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  7. Sabine schreibt:

    Viele Mitarbeiter, egal welcher Qualifikation und welchen Alters, sind ja auch von der Sorte „Das ham wir schon immer so gemacht“ und „Was wollen die uns denn jetzt schon wieder aufdrücken? Wo soll das noch alles hinführen, nur noch Bürokratie“. Und dann hört man eben nicht hin, liest nicht nach, interessiert sich nicht. Hat ja auch keine kurzfristigen unmittelbaren Auswirkungen, und wenn doch, kann man sich prima über „den Staat“ oder „die da“ aufregen. Ich kenne auch nur wenige PTA, die an Politik und Gesundheitspolitik oder Hintergründen interessiert sind. Macht im Ganzen wahrscheinlich auch nur einen persönlich gefühlten Unterschied für die einzelnen Personen.

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