Toiletten und andere Peinlichkeiten 

Noch nie habe ich in einem Urlaub derart viele Toiletten ansteuern müssen, wie in diesem. Das ist echt ein Problem, weil ich das vor meinem Stent im Harnleiter nicht musste, und diese Unterbrechungen einfach nicht gewohnt bin. Ich bin bisher meistens mit Y- Chromosomträgern unterwegs gewesen, die können am Strand auch mal heimlich im sitzen in den Sand urinieren. Selbst bin ich bisher morgens und abends je einmal austreten gewesen, doch jetzt kommt eine Mittagsunterbrechung dazu, die mich wirklich nervt – ich hatte bereits kurz über den Erwerb einer „Urinella“ nachgedacht. Befinden wir uns nämlich irgendwo in der Fremde, so ist es meinem zweijährigen Filius offenbar nicht zuzumuten, auch nur für zwei Minuten von meiner Seite zu weichen, ohne vor Verlustangst kreischend zu kollabieren. Das führt dazu, dass er einfach mit mir mitkommt. Er ist ein unglaublich neugieriger, quirliger, fragender Vertreter, der alles wissen, und alles anfassen muss. Öffentliche Toiletten mit ihm zu besuchen konnte ich bis vor dem Urlaub vermeiden, aber mit dem DJ Katheter schaffe ich es nicht mehr. Also muss ich darauf achtgeben dass er

– sich in der Warteschlange nicht vordrängelt

– die Klobürste nicht anfasst 

– nicht die Tür aufschließt während ich mich erleichtere

– nicht die Klobrille anfasst

– sich nicht auf den Boden setzt 

– nicht mit den Händen den Boden berührt 

– nicht allzu laut fragt „Warum setzt du dich nicht hin Mama?“

– nicht unter der Trennwand in die nächste Kabine stiezt und laute Kommentare über das Verhalten der Nachbarfrau abgibt

– nicht meine Tasche auf den Boden wirft 

– sich beim Verlassen des Etablissements gut die Hände wäscht 

– nicht in die Herrentoiletten läuft um sich interessiert neben die an den Urinalen stehenden Männer zu stellen (ihn dort wegzuholen war mit das peinlichste was ich in meinem Leben erlebt habe).

Ich bin jedes mal schweißgebadet wenn ich wieder aus der Toilette rauskomme, aber es lässt sich leider nicht vermeiden… A propos Toilette: der Chef hat uns Urlaubern ein paar Bilder von der neuen Nasszelle der Apotheke geschickt, und das sieht sehr vielversprechend aus! Gut eine Woche kann ich das nutzen, dann kommt am 7.09. mein nerviges Ersatzteil hoffentlich raus…

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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15 Antworten zu Toiletten und andere Peinlichkeiten 

  1. ednong schreibt:

    Den Sohn aus dem Herren-WC holen – LOL. Ich kriege mich hier vor Kichern kaum ein …

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  2. Sylana schreibt:

    „Warum setzt du dich nicht hin Mama?“
    Genau deswegen sind die Weiberklos in der Regel so versifft!

    Weißt, das wird jetzt provokativ.
    Sonst nur alle….zweimal am Tag auf Klo? Dann trinkst Du echt wenig, und das kann auch nicht gut sein.
    Was Deinen zweijährigen betrifft, ja nun. Er war halt noch nie großartig von Dir getrennt.
    Das Du nicht in Ruhe Deine Geschäfte verrichten kannst, ist auch hochgradig ungesund.
    Lass ihn kurz bei mit wem auch immer Du unterwegs bist. Das kann, und muss er lernen.
    Wenn das für ihn normal ist, das Du mal 5 min weg bist, und dann wieder kommst, dann hats nix bedrohliches mehr , und das Geschrei hört auf. Er ist ja bei bekannten Gestalten in der kurzen Zeit.

    Wenn ich in Öffentlichen Toiletten solche Dialoge mitbekomme…..ehrlich, ich verstehs nicht!

    Von der Aktion Männerklo…..da hätt ich gern Bilder von deinem hochroten Kopf. Ne Rundumleuchte war bestimmt nix dagegen.

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    • Julia schreibt:

      Also, deine Meinung zusammengefasst:
      -Ptachen versifft Toiletten
      -Ptachen trinkt zuwenig
      -Ptachen überbehütet
      Aha, etwas viel interpretiert, oder? Es kann auch sein, dass Ptachen beim Toilettengang eben keine Sauerei macht (oder diese dann wieder wegmacht),
      sie einfach eine stark trainierte Blase/Beckenboden hat (4-12 Toilettengänge/Tag sind übrigens die Norm, da sind 2 schon durchaus noch im Rahmen) und wohl weiß was sie ihrem Filius zumuten kann und was nicht. Wie auch immer, es geht uns nichts an. Ich finde es sehr dreist anhand eines kleinen Textes solche Schlussfolgerungen über das Leben anderer zu ziehen.

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    • ptachen schreibt:

      Yo, das Männerklo… Mein Sohn ist eigentlich bereits seit seinem ersten Lebensjahr in der Krippe, und trennt sich normalerweise hervorragend von mir. In bekannter Umgebung. Im Urlaub ist das offenbar anders, da ist er unsicher und wird das sicherlich nach ein/zwei Wochen gelernt haben. Wenn er in den ersten paar Tagen noch verunsichert ist, dann ist das noch im Bereich des normalen finde ich. Da muss ich ihn nicht auf Krampf brüllen lassen vor Angst, das macht die Situation für das nächste mal nur noch bedrohlicher für ihn, und ist nicht die Art, wie ich meine Kinder erziehe. Der große war in seinem Alter völlig anders, daher war ich selbst überrascht über die Heftigkeit – aber jeder tickt nun mal anders, nicht wahr?
      Ich kann im übrigen gut „zielen“, klappe aber die Brille hoch und wische sogar noch mit einem Sagrotan Tuch nach (das hab ich für meinen Filius sowieso in diesen Örtlichkeiten parat). Das ist sicherlich mehr, als so manche „Hockerin“ tun würde.

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      • Sylana schreibt:

        Weißt, mit den Kindern, alles noch im Rahmen. Musst Du letztendlich selber wissen.
        Und ´das er mit unbekannten Örtlichkeiten Probleme hat, auch normal.

        Und schön. das Du hinterher putzt.
        Ich hab nämlich das Problem, das ich mich setzen muss! Und seitdem sind Sagrotan und Co meine ständigen Begleiter!

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    • rotezora. schreibt:

      In einem Punkt muss ich dir Recht geben: Fremdklophobikerinnen gehen mir tierisch auf den Keks, wenn sie die Brille hoch- und nicht wieder runterklappen, denn das zwingt mich, sie anzufassen oder artistische Verrenkungen anzustellen, um sie mit dem Fuß zu erwischen und sie langsam abzusenken. Eine andere Sorte ist auch nicht besser, nämlich die, die die gesamte Brille mit Klopapier auslegt, das nachher auf dem Boden liegt. Mal ehrlich: Mit welchen Körperteilen berührt man die Brille normalerweise? Richtig, mit den Oberschenkeln. Wenn man dort nicht gerade eine offene Wunde hat, kann man sich mit nix infizieren. Und es ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein durchschnittlicher Küchenlappen mit viel mehr Keimen besiedelt ist als eine Klobrille, und der kommt u.U. mit Lebensmitteln oder Geschirr in Berührung. Also macht euch mal locker, Mädels!

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  3. Shark schreibt:

    Hm, manche Toilettenabteile haben starke Haken an Tür oder Wänden. Eigentlich für Mäntel oder Taschen vorgesehen. Aber mit geeigneter Ausrüstung (Hosenträger an Juniors Badehose?) könnten die vielleicht auch einen Zweijährigen aushalten. *g*

    Als Strandbesucher würde mir die Vorstellung zwar nicht gefallen, dass überall Pinkelstellen sind, aber heimlich im sitzen in den Sand urinieren sollten doch wohl Y als auch X Chromosomträger können. (Vorher ein Loch buddeln und Handtuch über den Schoß breiten. Klingt nicht unbequemer als der Gebrauch der Uninella.)

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  4. Molly L. schreibt:

    😀 😀 😀 Du Arme! Ja, das kommt mir alles sehr bekannt vor!
    Aber: echt nur zweimal am Tag? *Staun*
    Schön ist das immer, dieses „Mami, ich geh schonmal“, *Türaufschließ* :,-D
    Oder so tolle Fragen – die bei den 100mio Gelegenheiten zu Hause nie gestellt werden – wie „Mama, warum hast Du da Haare?“ oder „Mama, was ist das für ein Faden da?“ ><

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  5. Frau Zeitlos schreibt:

    Mein ultrageheimer Geheimtipp: auf öffentlichen Toiletten sind meine Kleinlinder ganz oberwichtige Türwächter! Ich habe ihnen eingeredet, dass sie ganz dringend aufpassen müssen, dass wirklich keiner versucht durch die Türe rein zu kommen. Dazu stelle ich sie mit dem Rücken an die Klotüre, wo sie nichts schlimmes anfassen können. Funktioniert meistens wunderbar, weil sie sich dann total wichtig fühlen 😉

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  6. Aponette schreibt:

    Zweimal pro Tag????????????????? bin platt
    Seit mich mal mehrere Jahre rezidivierende Blaseninfekte qälten ist meine tägliche Trinkmenge ca. 3-4 Liter, da reich zweimal täglich nicht aus. Ich kenne in der Stadt alle akzeptablen Toiletten, und in fremden Städten halte ich immer Ausschau….:-)
    Nachdem ich dann auch noch die Desinfektionstücher entdeck habe, bin ich auch bereit mich hinzusetzen, wenn unbedingt nötig.
    Aber der Tipp den Kleinen als Türwächter anzustellen ist doch klasse. ODer ist er mit zwei noch zu klein dafür?

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