Was für ein Tag…

Die Vertreter auf die ich die ganze Woche vergeblich gewartet hatte waren heute vormittag endlich da – alle. Einer nach dem anderen gab sich quasi die Klinke in die Hand, kurz nachdem ich Frühstück machen wollte. Kaum war eine Dame weg hörte man schon wieder einen Rollkoffer über den Asphalt rödeln, und der nächste kam herein. Einen habe ich seit jeher besonders „gerne“, und er mich auch. Ich bestelle inzwischen nur noch das nötigste bei ihm, und da die Produkte seiner Firma ständig bei diversen Drogerieketten angepriesen werden werden wir in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Als er die Apotheke verließ muss man es ihm jedenfalls angesehen haben wie sehr er uns leiden kann, denn der nächste Vertreter strahlte mich besonders an als er mir die Hand reichte

„Wir kennen uns noch nicht Frau Ptachen, aber ich mag es wie sie mit dem P**z*r Vertreter umgegangen sind. Bei seinem Gesichtsausdruck eben als er die Apotheke verlassen hat habe ich mich ehrlich amüsiert. Hat wohl nicht ganz das bekommen was er wollte…“

Scheint ebenfalls ein guter Freund von ihm zu sein 🙂 Als endlich Zeit war einen Kaffee zu genießen war es in der Türkei nicht mal mehr Mittag, sondern bereits Nachmittag – und es kam wie es kommen musste. Lea bediente gerade, da ging die Türglocke und ein Herr in Anzug und Ledertasche kam herein. Der Chef und ich sahen ihn über die Kamera

Och nöööö…“

„Wir gehen jetzt aber nicht vor. Ich bin kaputt, und Du bist das auch. Wir bleiben hier.“

Das war lieb gemeint, aber der gute Mann platzt dann sicher das nächste Mal zu keinem geeigneteren Zeitpunkt herein, also „opferte“ ich mich. Als ich noch verhandelte kam wer herein? Genau. Eine Vertreterin. Und der Chef schickte sie gnadenlos nach Hause – ich war sehr dankbar. Ansonsten war der Tag geprägt von diversen Recherchen zu unbekannten Produkten und Hilfsmitteln, und von verwirrten Kunden und Ärzten. Eine Kundin kam zum Beispiel mit einem Rezept herein, auf dem Produkt A der Firma He***nn vermerkt war, die Dame wollte aber H***L. Da dieses Medikament weder im Rabattvertrag, noch unter den drei preisgünstigsten ist, geht das aber so nicht. Wir erklärten ihr, dass der Arzt in dem Fall am besten auf dem Rezept die Firma streicht, H***L draufschreibt, ein „aut- idem- Kreuz“ setzt und das mit Stempel abzeichnet. Sie ging und kam 20 Minuten später wieder. Ihr Hausarzt hatte ihr die Bitte offenbar erfüllt, Stempel, Kreuz, Unterschrift – alles war drauf. Dumm nur, dass das Rezept vom Endokrinologen stammte und nicht von ihm. Hupps… da hat wohl jemand nicht aufgepasst, was? Ähnlich fahrig war ein anderer Kunde, der als ein Medikament nicht am Lager war fragte, ob Birgit am Nachmittag da sei.

Ja, die ist da.“

„Ach, das ist ja prima! Auf ihrem Heimweg kommt sie nämlich an meiner Wohnung vorbei und kann mir etwas einwerfen. Können Sie ihr da Bescheid sagen?“

Sicher, machen wir!“

Er verließ dankend die Apotheke – um 5 Minuten später wieder reinkommen

„Das ist ja Blödsinn was ich da gesagt habe! Die kommt ja gar nicht mehr bei mir vorbei, ich bin doch umgezogen!“

Wie in einer Sketchsendung heute – es ist mal wieder Freitag! Das kann doch kein Zufall mehr sein, oder…?

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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5 Antworten zu Was für ein Tag…

  1. ednong schreibt:

    Hab ich da grad ei Déjà Vu bzgl des Umzuges? Oder täusch ich mich da?

    Könnt ihr die Vertreter nicht auf Tage terminieren? Geht das nur über die Woche? Das wäre ja echt kundenunfreundlich.

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    • ptachen schreibt:

      WIR terminieren 🙂 🙂 🙂
      Die Vertreter teilen uns meist nur mit
      „…werden wir sie im Zeitraum zwischen KW 28 und KW 32 besuchen. Bitte listen Sie uns bis dahin ihren Bestand und den Bedarf für die Saison auf…“
      Es ist wirklich selten, dass wir ganz konkret ein Datum benannt bekommen. Bezüglich des Dejá- vus … ahem… ja. Ich wollte NUR mal schauen wer hier aufmerksam mitgelesen hat 😉

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    • stuttgarterapothekerin schreibt:

      Vertreter, die bei unserer Chefin keinen telefonisch bestätigten Termin ausgemacht haben kommen bei uns nicht weit…grad mal zur Tür rein lol.
      Und sie macht selten mehr als 2 pro Tag.
      Faxe mit „im Zeitraum von“ bzw in der Woche x werden ignoriert.
      Ohne Termin = Erklärung, daß telefonische Anmeldung erwünscht und => da hat der Schreiner das Loch gelassen.
      Die meisten lernen das schnell – warum nur?

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