Ungerecht 

Heute war wieder so ein Tag… viele Anrufe in diversen Arztpraxen zu allen möglichen fehlerhaften Rezepten. Überlagerte BTM Verschreibungen die erst einmal 10 Tage bedruckt beim Arzt lagen bevor sie dem Patienten ausgehändigt wurden 

„Ach? Die sind nur 7 Tage gültig? Seit wann das denn?“

Seit ich PTA bin auf jeden Fall, also länger als 20 Jahre.

Dann Hilfsmittel und Diagnostika auf einem Formular – das ist ebenfalls schon mehrere Jahre her, dass das nicht mehr geht und keine neue Erfindung.

Der Klassiker war auch wieder dabei – ein Klinikrezept mit einem Medikament das schon mehrere Monate nicht lieferbar ist, verordnet mit „aut- idem- Kreuz“.

„Ach? Bedeutet das nicht mehr, dass sie sich ein Medikament mit gleichem Wirkstoff von einer anderen Firma heraussuchen dürfen? Seit wann das denn?“

Antwort s.o.

Drei mal alleine heute Hilfsmittelrezepte mit fehlender Diagnose. Das ärgerliche ist, dass wir ja eine Unterschrift des Patienten auf der Rückseite benötigen, auf dem er den Empfang quittiert (btw… wie machen das eigentlich die Versandapotheken?). Schickt uns nun die Praxis das geänderte Rezept, müssen wir den Kunden nötigen nochmals für die Unterschrift vorbei zu kommen. Das alles bedeutet immer einen immensen Aufwand, Nerven- und Zeitverlust.

Die Krönung war heute eine MFA, die allen Ernstes von uns verlangt (!) hat, ihr Freiumschläge in die Praxis zu bringen wenn sie uns etwas zusenden sollen. Für Rezepte die SIE falsch ausgestellt hat wohlgemerkt. Da möchte ich manchmal ganz direkt und unverblümt sagen was ich davon halte…

Auch wenig erfreulich sind Wirkstoffkombinationen die problematisch sind oder diverse Syndrome auslösen können. Besonders wenn der Arzt diesbezüglich mit dem Patienten überhaupt nichts besprochen hat. Heute musste ich aus unserem Wechselwirkungscheck 2x Dinge ausdrucken und dem Patienten mitgeben. Nicht dass er eine neue Wirkstoffkombi nicht verträgt und diese Symptome fälschlicherweise mit einem Magen- Darm Virus verwechselt.

Aber wir sind ja in der breiten öffentlichen Wahrnehmung nur Schubladenzieher, nicht wahr? Kein Wunder, dass es die jungen Apotheker immer zur Industrie hin zieht. Lesen sie außerdem noch diese Anzeigen (heute in der PZ) dürfte es wohl bald noch weniger Pharmazeuten geben, die den steinigen Weg in die öffentliche Apotheke gehen – bei solchen Gewinnen am Jahresende:

Umsatz 2,3 Mio.€, Gewinn 63.000€ – da schüttelt man als Außenstehender doch den Kopf und kann solche Zahlen kaum glauben. Gehälter in der Industrie sollte man besser nicht vergleichen wenn man als Apotheker angestellt oder gar als Inhaber in der Apotheke Vor Ort arbeitet. Das könnte einem die Tränen in die Augen treiben

Aber die Apotheken werden als DIE Preistreiber im Gesundheitswesen dargestellt. Na sicher. Und die Geschenke bringt wie jedes Jahr der Weihnachsmann…

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
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9 Antworten zu Ungerecht 

  1. aponettesplauderei schreibt:

    14 Jahre Laufzeit des Mietvertrages???? WTF – die Apotheke möchte ich nicht mal GESCHENKT bekommen.
    Andererseits: 63.000€ Gewinn könnten auch heißen, daß nach Abzug des Inhabergehaltes noch so viel über bleibt. Denn eigentlich ist Gewinn genau das, das was nach Abzug aller Kosten, inclusive des rechnerischen Unternehmerlohns übrig ist.

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  2. Zacki schreibt:

    Im Lebensmitteleinzelhandel ist teilweise 1% vom (Brutto)Umsatz der Gewinn. (mit 3% ist man da schon gut 15% sind unmöglich)

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  3. ednong schreibt:

    63000 von 2,3 Mio sind 2,7 Prozent. Das ist äußerst mager – und vermutlich bezieht sich „Gewinn“ auf „alles abzüglich Kosten, ausgenommen Managergehalt“. Von daher wirklich mager.

    Aber was bedeutet „3000 Euro indexiert bei der Miete?

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  4. stuttgarterapothekerin schreibt:

    Eine halbe Spalte weiter sucht er ab 1.November einen Verwalter…bei überdurchschnittlichem Gehalt…bzw. auf VHB…
    dann ist der ausgewiesene Gewinn ja vielleicht doch nach Abzug des Gehalts des Eigentümers…
    Aber als Anforderung „Erfahrung in der Schulung von Mitarbeitern im Verkauf von Freiwahl“…und 8 Angestellte…erfahrener Einkäufer…gutes Marketingkonzept…
    Ich kann aponette nur zustimmen, da müsste schon viiiieeeel Enthusiasmus vorhanden sein!
    Es könnte aber auch eine Chance sein, wenn die Belegschaft motivierbar ist.

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  5. 5vor12site schreibt:

    Gruselig. Es wird immer komplizierter. Demnächst werden noch die Tabletten abgezählt, die der Patient mit nach Hause nehmen kann. Wie, ihre Tasche wurde im Zug geklaut? Na und? Alles weg… ja wieso tun sie denn auch die teuren Medikamente in die Handtasche?!? Tja, nein, das müssen Sie jetzt selbst bezahlen. Ach – das geht nicht? Die anderen Dinge (Personalausweis, neue Scheckkarte usw) müssen Sie doch auch selbst aufbringen. Also sehen sie…

    okok, ich will da jetzt niemanden auf Ideen bringen…

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